Mit der Familie auf Tour

Foto: Hübinger
Was wir bereits wissen
Den Startern beim 24. Niederrheinischen Radwandertag zwischen Rheinberg und Xanten konnten die kurzen Regenschauer nichts anhaben

Rheinberg..  Täglich rollen Millionen tonnenschwerer Blechkisten über deutsche Autobahnen. Täglich sitzen Millionen Menschen in ihren Autos und quälen sich durch den Berufsverkehr, ärgern sich über andere Autofahrer und belasten ihre Wirbelsäule durch Bewegungsmangel und Dauersitzen. Wie schön muss es im Vergleich sein, wenn man die Möglichkeit hat mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Ein absolutes Privileg, was viel zu wenig Menschen nutzen. Jede Pedalumdrehung stärkt die Muskeln und den Kreislauf, verbrennt Kalorien und macht wach. Dann wird auch noch die Umwelt geschont, wunderbar. Fahrradfahren kombiniert Sport und Fortbewegung im Alltag.

Um dieses Verkehrsmittel zu ehren, beteiligte sich gestern auch Rheinberg am Niederrheinischen Radwandertag. Bereits zum 24. Mal begaben sich die Bürger mit ihren Drahteseln auf Tour. Leider schreckte ein bedrohlicher Donner am Morgen viele Teilnehmer ab. Im Laufe des Tages zeigte sich Mutter Natur wohlgesonnen, jedoch nicht ohne vorher ein, zwei ordentliche Regengüsse zu spendieren. Familie Manca nahm es vor der Abfahrt gelassen. „Mit ein bisschen Regen kommen wir klar“, sagte Vater Aldo Manca, der die Radtour zusammen mit seiner Frau Martina Manca und Tochter Larissa Manca antrat.

Drei Routen

Drei Routen starteten in Rheinberg. Je nach Lust und Laune konnten die Biker zwischen einer Gesamtstrecke von 39, 50 oder 65 Kilometer wählen. Die längste Tour, die Route 12, führte nach Wesel, dann über Voerde nach Dinslaken und von dort aus wieder nach Rheinberg. Natürlich konnten die Strecken auch variiert werden. „Jeder kann so viel fahren wie er will“, sagte Babara Gumpert, die mit Saskia Tebarth den Informationsstand der Stadt Rheinberg besetzte. In allen Ortschaften im Umkreis wurden Stempel verteilt. Wer am späten Nachmittag, mit mindestens drei Stempeln im Routenheft, zurück in Rheinberg war, konnte an einer Tombola teilnehmen. Die Sparkasse am Niederrhein stiftete dazu einen „Fahrradgutschein“ im Wert von 250 Euro.

Auf dem Marktplatz präsentierte die „Räderecke“ auch einige Modelle moderner Gefährte. Der Trend geht weiterhin zu Fahrrädern mit Unterstützungsmotor, sogenannten „Pedelecs“. Was als Citybike begonnen hat und am Anfang höchstens für Rentner interessant war, ist inzwischen eine Alternative für jede Altersgruppe. „Es gibt Leute, die fahren damit ganz entspannt 15 Kilometer zur Arbeit“, erzählte Anton Schmitz, dessen Sohn Georg im vergangenen Jahr die Geschäftsführung „der Räderecke“ übernommen hat. „Es ist gut wenn die Jugend nachzieht“, findet Anton Schmitz. Neben den Pedelcs finden sich auch immer mehr „Fatbikes“ in den Schaufenstern der Fahrradhändler. Der Name kommt von den extrem „fetten“ Reifen, die den Mountainbikes eine Motorradoptik verleihen. Mehr Grip geht nicht, zudem brauchen die „Fatbikes“ aufgrund ihrer enormen Reifenvolumens keine zusätzliche Federung. „Ideal wenn man hier am Niederrhein auf Kieshalden fahren möchte“, sagte Anton Schmitz. Auch auf Sand, Geröll oder im Schnee fühlen sich die „Fatbikes“ wohl.

Der Radwandertag richtete passend zum Sommeranfang den Fokus auf den Spaß, den das Fahrradfahren mit sich bringt. Wer das nächste Mal eine kurze Strecke mit dem Auto fahren möchte, der kann sich ja einmal überlegen, ob es nicht eigentlich viel schöner wäre, das Fahrrad zu nehmen. Die Gesundheit und die Umwelt profitieren auf jeden Fall davon.