Minigolf war gestern
06.09.2010 | 17:14 Uhr 2010-09-06T17:14:00+0200
Xanten.Stichwort Minigolf: schiefe, moosbewachsene Anlagen, die bei Regen unbespielbar sind. Wer die betonierten Flächen betritt, bekommt Ärger mit dem Platzwart.
Vergessen Sie all das. Minigolf war gestern, die moderne Variante heißt Adventuregolf. Von diesen Anlagen gibt es einige in Deutschland und NRW, eine der neuesten ist seit dem Wochenende an der Südsee in Betrieb. Ein Selbstversuch.
18 naturnah angelegte Bahnen verspricht der Betreiber. Von Natur ist (noch) wenig zu sehen, der die Bahnen umgebene Rasen ist gesät, die Bäume sind gepflanzt, spätestens im Frühjahr soll’s überall durchgrünen. Die Bahnen selbst bestehen aus Kunstrasen. Kunstrasen der gleichen Sorte, über den auch die Fußballspieler vom SV Sonsbeck und von Borussia Venn rennen und grätschen.
Der erste Unterschied zu einem herkömmlichen Minigolfplatz fällt schon aus der Ferne auf. Die Bahnen sind größer, deutlich größer. Zudem gibt es jede Menge Hügel, die klassischen Metallhindernisse sucht man vergeblich. Dafür gibt es auf jeder Bahn Sandbunker. Die sind leicht zu treffen und schwer wieder zu verlassen.
Genug der Rede, los geht’s, Bahn 1, „Auf und ab“ heißt sie, ein leichter und ein schwerer Weg sind vorgegeben. Der erste Schlag. Der Ball rollt los, die Grashalme stoppen die Kugel recht schnell wieder. „Man muss schon etwas fester schlagen, als beim normalen Minigolf“, sagt FZX-Mitarbeiterin Anna Klaassen. Nach mehreren Aufs und Abs und einem Ausflug in den Sandbunker liegt der Ball schließlich im Loch. Sechs Schläge, für die erste und recht einfache Bahn ist das eindeutig zu viel.
Maximal
sechs Schläge
Sechs Schläge ist übrigens das Maximum. Wer’s nicht schafft einzulochen, bekommt wie beim herkömmlichen Minigolf sieben Schläge aufgeschrieben. Schläger und Bälle unterscheiden sich übrigens auch nicht von der Betonvariante des Spiels.
Brücke, Schlange
und Schnecke
Weiter geht es mit Bahnen, die „Brücke“, „Schlange“, Salto“ oder „Schnecke“ heißen. Die Schnecke ist mit mehr als 90 Quadratmetern die Größte Bahn der Anlage. Im Bogen gilt es, die blaue Kugel zunächst zu einem Loch zu bugsieren, da fällt sie hinein, auf der anderen Seite geht es dann weiter mit dem Putten. Nach zehn Schlägen – sechs haben bei Weitem nicht gereicht – landet die Kugel im Loch. Vom Bahnrekord, der zurzeit bei 61 Schlägen liegt, bin ich soweit entfernt wie Schalke 04 von der Spitze der Fußball-Bundesliga-Tabelle.
Man muss ein Gefühl für Schlaghärte und Untergrund bekommen, nach ein paar weiteren Bahnen stimmt das Tempo. Wer mit den 18 Bahnen durch ist, möchte gleich noch einmal ran, um sich zu verbessern. „Deshalb haben wir die Bahn auch so konzipiert“, sagt FZX-Geschäftsführer Wilfried Meyer, der übrigens 73 Schläge beim Mitarbeiter-Turnier gebraucht hat. Die Rechnung scheint aufzugehen, am ersten Wochenende tummelten sich 400 Golfer an der Salmstraße. Nach ein paar Jahren sollte die 120 000 Euro teure Anlage also finanziert sein.
Fazit: Adventuregolf kann man außer bei Eis und Schnee zu jeder Jahreszeit spielen, die Kosten sind überschaubar, die Umstellung gelingt recht leicht und beim Betreten der robusten Bahnen gibt es keinerlei Gemecker...
12:20
Ich denke: Eine gute Investition. Ich kenne auch eine Adventure-Golf Anlage in Willingen, Sauerland. Wesentlich spannender als Normal-Minigolf. Sollte uns irgendwann einmal die Römerroute bis nach Xanten führen, werde ich den Kinder eine Partie finanzieren.
16:32
Eine schöne Idee..
Ich hatte eine Adventure-Golf Anlage am Bodensee gesehen aber keine Zeit dort zu spielen also auf nach Xanten.