Melodien bei Wein und Kerzenschein

Xanten..  „Das ist sicherlich ungewöhnlich, ich bin sehr gespannt“, beschrieb Jürgen Slojewski, stellvertretender Leiter der Xantener Dom-Musikschule, seine Vorfreude. Mit dem Programm „Opera“ präsentierte das „Campanella Gitarrenquartett“ einen bunten Mix bekannter Oper-Melodien. In dem Programm erfährt das Klangspektrum des Quartetts eine besondere Erweiterung durch die Sopranistin Helga Wachter, Opernfreunden seit nunmehr 14 Jahren als Mitglied des Essener Aalto Theaters bekannt. Gemeinsam mit Jutta Hetges, Ralf auf der Heiden, Ulrike Eisel und Margot Dellmann-Storm hat die Sängerin das Konzertprogramm erarbeitet.

Schon zu Beginn wird die ungewöhnlich stille Herangehensweise an die Meisterwerke der klassischen Literatur deutlich. Die 40 Besucher im Kriemhildsaal genießen bei Kerzenschein und einem Glas Rotwein eine außergewöhnliche Atmosphäre. So wirkte das zurückhaltende Gitarrenspiel zur Arie „Lascia ch’io pianga“ aus der Händel-Oper „Rinaldo“ wie ein sanfter Klangteppich, auf dem sich der glasklare Sopran von Helga Wachter wohltuend ausbreitete. Zur Auflockerung erzählten die Akteure Hintergrundgeschichten zu den Werken. Während aber das flotte „Seguidilla“ oder „Toreadors“ vom rhythmischen Gitarrenspiel profitieren, verliert die berühmte Arie „Habanera“ deutlich an Dynamik. Verantwortlich für die Umsetzung ist Ekkehard Rüdiger. „Die Schwierigkeit besteht darin, 23 Stimmen so auf vier zu reduzieren, dass alles Wichtige vorkommt und es sich auch noch toll anhört“, verrät Rüdiger. Auszüge aus Salieris Sinfonia Veneziana, Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“ oder Rossinis „Der Barbier von Sevilla“ sorgten auch nach der Pause für Unterhaltung. Und das Beste kam zum Schluss: Helga Wachter präsentierte dann noch die „Habanera“ aus Carmen.