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Mein Freund, der Baum

28.03.2012 | 22:00 Uhr
Mein Freund, der Baum
WAZ/FotoPool

Rheinberg.   Die Jahrgangsstufe 5 der Gemeinschaftsschule Rheinberg war gestern mit der Rollenden Waldschule auf der Pirsch

Das machte einen Riesenspaß: Schon früh am Morgen ging es für die Kinder der Jahrgangsstufe 5 der neuen Gemeinschaftsschule Rheinberg in den Wald: Unterricht einmal draußen -- und die Lehrer nur als Zuschauer. Einen Morgen lang ging es auf Entdeckungsreise. Mit denen, die sich im Wald am besten auskennen: mit Jägern der Kreisjägerschaft Wesel. Auf Pirsch gingen sie, in neun Gruppen, jede von einem naturkundigen Jäger geführt, der sie mit den Geheimnissen der Natur und den Tieren vertraut machte. Wie dem Marder, der aus einer Fichte neugierig auf sie herunter äugte, oder den großen Kauz mit den weit aufgesperrten Augen.

Teckel und Fuchs

Die waren nicht echt, sondern naturgetreue Präparate aus der Rollenden Waldschule der Kreisjägerschaft. Echt waren aber die unterschiedlichen Jagdhunde, die die Jäger mitbrachten. Da lernten die Schüler, dass zur sachgerechten Jagd unterschiedliche Hundearten gehören. So der Teckel für die Jagd auf den Fuchs im tief unter der Erde gelegenen Bau. Den Fuchs entdeckten sie im Wald hinter der Autobahn, auch der war nur ein Präparat.

„Die Kinder sind gut drauf“, staunte Waldpädagogin Karin Leisten, die eine Gruppe führte. „Die wissen sehr viel und lassen sich schnell begeistern. Ist schon enorm, was die in den drei Projekttagen Wald in der Schule geleistet haben.“ Anne Nimphius, Fachlehrerin Naturwissenschaften der Gemeinschaftsschule erklärte, dass man sich bewusst für das Thema Wald entschieden habe. „Die Kinder sind der Natur heute nicht mehr so nahe und wissen vieles nicht mehr.“

Ein Schüler wurde als Pirschführer ausgeguckt, dem alle auf der abwechslungsreichen Pirsch folgten. Unter den Jägern waren echte Profis: Konrad Niehues aus Alpen ist Revierjagdmeister und Karin Leisten, die die Rollende Waldschule betreut, nicht nur Försterin, sondern auch Waldpädagogin. „Mir nach“ rief Georg Häring. Seinen Teckel hatte ein Mädchen fest an der Leine. Auch Alfred Nimphius aus Alpsray, Pressesprecher der Kreisjägerschaft, pirschte mit einer Gruppe.

„Alles was die Natur hervorbringt, hat Sinn und Verstand“, betonte Häring. Er zeigte den Kindern die mehr als 200 Jahre alte Buche. Die hat einen solchen Umfang, dass er sie nur mit Hilfe von drei weiteren Schülern umfassen konnte. Etwas weiter hatte ein Rehbock eine junge Buche gefegt, sein Revier zugleich markiert. „Ein Wildschweinbaby haben wir auch gesehen“, berichtete ein Schüler. „Und Füchse.“ Ferhat verbesserte: „Das heißt nicht Wildschweinbaby, das ist ein Frischling.“ Nebenbei gab’s noch Umwelterziehung. Einen Berg Müll und alte Kleidung entdeckten sie mitten in der Fichtenschonung. „Das kann man doch nicht so einfach in den Wald werfen“, schimpfte ein Mädchen.

Gut vorbereitet auf die Waldpirsch waren die Schüler: Zwei Tage hatte man den Ausflug vorbereitet, war bereits einmal im Wald gewesen, hatte Blätter und andere Fundstücke gesammelt, auf großen Pappkartons aufgeklebt. Das Projekt hatten Anne Nimphius, Dr. Sonja von der Krone, Dr. Beatrix Langenbeck-Schwicht und Martin Reichert vorbereitet.

Peter Bußmann

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2012-03-28 22:00
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