Mehr Licht, mehr Sicht
28.11.2007 | 19:59 Uhr 2007-11-28T19:59:34+0100AUTO-CHECK. Kraftfahrzeug-Meister Antonius Hochstrat erklärt, was man in Punkto Beleuchtung, Startleistung und Frostschutz beachten sollte. Service im ADAC-Prüfcontainer ist kostenlos.
RHEINBERG. Anfangs sieht es so aus, als würde Kfz-Meister Antonius Hochstrat vom ADAC Nordrhein an diesem Morgen nicht viel zu tun bekommen. Das wäre auch kaum verwunderlich: Das Hinweisschild auf die mobile Kfz-Diagnose an der Einfahrt zum Extra-Markt fällt deutlich zu klein aus, in den Weiten des Brachgeländes hinter dem Supermarkt angekommen, ist der elbe Container allerdings kaum zu übersehen.
Vor der Fahrt kontrollieren
Und dann doch: Just als Antonius Hochstrat von unserer Fotografin belagert wird, kommen sie, die Opel-, VW- und Audifahrer. Heute Beleuchtung - ist da auf dem Schild zu lesen. "Regel Nummer eins: Vor der Fahrt immer kontrollieren, ob das Licht funktioniert", sagt Hochstrat und grinst. "Machen Sie das denn auch?", fragt er die Fahrer und grinst, als wüsste er bereits die Antwort.
"Handbremse anziehen, Zündung auf Kontakt, Standlicht einschalten, Fahrlicht einschalten", fordert Hochstrat. Der Mechaniker ist heute alleine, normalerweise hilft ihm ein Kollege, aber der hat heute frei. Ein anderer Kollege hat nie Urlaub: Das Lichteinstellgerät ist auf einer Schiene unterwegs, damit ist die Bewegungsfreiheit begrenzt. "Das Gerät misst die Höhe der Scheinwerfer und die Seitenausrichtung", erklärt der Kfz-Meister.
Mit einer Grafik im Inneren gleicht er den Lichteinfall ab. Ist die Ausrichtung zu hoch, könnte das Licht andere Autofahrer blenden und irritieren. Auch der Komplettausfall des Fahrlichtes führt nicht selten zu Unfällen: "Fällt das linke Licht aus, kann das Auto bei schlechter Sicht schnell mit einem Motorrad verwechselt und der Platz - etwa bei Überholmanövern - falsch eingeschätzt werden", warnt Antonius Hochstrat. Ähnlich wichtig: Das Bremslicht. "Stellen Sie sich vor, der Fahrer hinter ihnen erkennt bei hoher Geschwindigkeit zu spät, dass sie bremsen und fährt in ihr Auto". Eine neue Glühbirne kostet - im sonst kostenlosen Service - gerade einmal 50 Cent.
Von Xenon-Licht hält der Autokenner zwar viel, aber die Nachrüstung sei einfach zu teuer: "Ich kenne mich mit den Preisen nicht einwandfrei aus, aber mit 1000 Euro und mehr muss man da rechnen". Stattdessen gebe es die Möglichkeit, hellere Glühlampen mit einer Leuchtkraft von +30 oder +50 Prozent einbauen zu lassen. "Der Stromverbrauch ist nicht höher, die Birne ist nur anders aufgebaut", weiß Hochstrat. Er plädiert übrigens noch für die alten Glasscheinwerfer, heute sind die meist aus Plastik. "Plastik ist nicht so hart, die Oberfläche ist kratzempfindlich. Das führt zu einer falschen Brechung, das Licht wird blind". Deshalb soll man dort im Winter kein Eis abkratzen, sondern mit warmem Wasser abspülen.
Mit einem Batterietestgerät prüft Hochstrat nun die Startleistung des Motors. Der Opel Astra unserer Fotografin glänzt mit 135 Prozent. "Kerngesund", lautet die Diagnose. "Bei einer Startleistung unter 50 Prozent sollte die Batterie ausgetauscht werden". Manchmal helfe auch Aufladen.
Als letztes ist die Kühlflüssigkeit an der Reihe: "Der Frostschutz sollte hier in den Breitengraden bis mindestens minus 20 Grad gewährleistet sein." Der Wagen derFotografin hat auch hier gepunktet: Bei ihr waren es minus 35 Grad, auch wenn das Antonius Hochstrat kaum glauben konnte: "Damit kommen 'se bis nach Moskau". Vielleicht kommen ja ein paar schöne Fotos dabei heraus...ÖFFNUNGSZEITENDer Container steht heute zwischen 10 und 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr auf dem Gelände des Extra-Markts. Der Service ist kostenlos - das gilt auch für Autofahrer, die nicht im ADAC Mitglied sind.
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