Marienkirche in Sonsbeck-Labbeck schließt ihre Türen

St Marien Kirche Labbeck eingerüstet, Fenster/Bleiverglasung müssen alle Stück für Stückaus dem Maßwerk (aus Sandstein) herausgenommen, der Stein (marode) ersetzt werden / Pfarrer Günter Hoebertz
St Marien Kirche Labbeck eingerüstet, Fenster/Bleiverglasung müssen alle Stück für Stückaus dem Maßwerk (aus Sandstein) herausgenommen, der Stein (marode) ersetzt werden / Pfarrer Günter Hoebertz
Foto: Ostermann, Olaf (oo)
Was wir bereits wissen
Nach Himmelfahrts-Gottesdienst feiern Gläubige erst einmal in Gerebernus-Kapelle. Diese gehört zur Gemarkung Sonsbeck und bietet bis zu 60 Besuchern Platz.

Sonsbeck-Labbeck..  Baustellen ist Günter Hoebertz inzwischen gewohnt. Seit einem halben Jahr ist er jetzt Pfarrer in der Sonsbecker St.-Maria-Magdalena-Gemeinde, einmal ist er in dieser Zeit schon umgezogen: Vom katholischen Pfarrhaus auf der Herrenstraße, das derzeit kernsaniert wird, ging es ein paar Häuser weiter ins evangelische.

Jetzt steht auch für die Gläubigen aus Labbeck ein Umzug bevor: Bis an die Decke ragen die Baugerüste im Kirchenschiff der Marienkirche. Unter anderem werden dort momentan die Fenster ausgebaut, weil der Sandstein im Gemäuer an vielen Stellen abgeplatzt ist. „Gegen den Dreck, der dabei entsteht, können wir gar nicht anputzen“, sagt der Pfarrer. Man habe es bereits mit „Open-Air-Gottesdiensten“ ohne die Kirchenfenster versucht, „aber man hört von draußen jedes Wort“.

Der heutige Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt wird der vorerst letzte in der Marienkirche sein. Ab Samstag findet die Messe in der Gerebernus-Kapelle in Sonsbeck statt, „die aber zur Gemarkung Labbeck gehört“ und Platz für bis zu 60 Besucher bietet, erklärt Hoebertz. Versuche, eine ortsnahe Alternative zu finden – das alte Pfarrheim, Feuerwehrhaus oder Stratmanns ehemaliger Schlachthof – seien gescheitert, da alle bereits mit Terminen ausgelastet seien.

Bis zu fünf Monate geschlossen

Vier, vielleicht fünf Monate soll die Marienkirche ab heute ihre Türen schließen, schätzt Günter Hoebertz, „so lange, bis die Bauarbeiten endgültig abgeschlossen sind“. Traurig seien einige Labbecker schon darüber. Auch deshalb habe man die Gottesdienstzeiten ganz bewusst nicht geändert – „damit die Labbecker weiter ihren eigenen Gottesdienst haben. Nur an einem anderen Ort“, sagt der Pfarrer.

Paare, die eigentlich in diesen Monaten in der Marienkirche heiraten wollen, habe man rechtzeitig über die Bauarbeiten dort informiert und Alternativen angeboten. „Die haben auch alle wahrgenommen, bis auf ein Paar“, erzählt Günter Hoebertz. Um sich in der Marienkirche das Ja-Wort zu geben, habe das nämlich die Hochzeit um ein Jahr verschoben.

Und wenn die Bauarbeiten an der Marienkirche abgeschlossen sind? Dann heißt es auch für Günter Hoebertz wieder, seine Sachen zu packen. Ende des Jahres soll es zurück ins katholische Pfarrhaus gehen. Der Pfarrer bereitet sich jetzt schon mal mental darauf vor...