Livemusik – aber bitte möglichst leise
05.09.2010 | 16:18 Uhr 2010-09-05T16:18:00+0200
Rheinberg.Stimmungsvoll war er, der Auftakt zum 11. MAP-Festival am Freitag im Pfarrgarten der Evangelischen Kirchengemeinde.
Zu Beginn präsentierten sich auf der Open Stage drei Newcomer. Viel Spaß verbreiteten fünf Jungs aus Budberg im Rapper-Outfit, die „B-town boyz”. Begleitet wurden sie von einem stattlichen Fanclub. „Das sind einfach die Besten”, hielten Jule und ihre Freundin Hannah ein Plakat hoch. Danach trug Dominique Maciewjewski ihre Songs vor. Die 21-Jährige hatte erst vor einem Jahr mit dem Gitarrenspielen begonnen. Zuvor war sie noch sehr nervös. „Das Leben ist kein Ponyhof – auch auf der Bühne nicht.“ Knackigen Speedrock verkörperten Dynamic Breakdown. „Super, dass kleinere Bands hier ihre Chance bekommen”, meinte Tobias Nardemann.
Viel Bewegung im Publikum
Auch Bürgermeister Hans-Theo Mennicken genoss die musikalischen Klängen. Der Duisburger Band „Insecurity of Being” mit ihrem etwas härteren Rock in Richtung Limp Bizkit konnte er aber nicht so viel abgewinnen.
Mehr nach seinem Geschmack war dann der Rockabilly-Sound von „Rock-a-Meier”, die deutsche Texte mit dem Sound der 60er Jahre verbanden. Die Rheinberger Band „Innocent Exile” bewies, dass man auch mit kraftvollem Alternative-Rock überzeugen kann. Zum Abschluss sorgte „Bahooga” mit frischem Ska-Punk für viel Bewegung im Publikum.
Am Samstag ging es dann auf dem Marktplatz in die zweite Runde. Die Organisatoren mussten allerdings erstmal einen herben Dämpfer einstecken: Wegen Anwohnerbeschwerden musste die Musik auf eine Dauerlautstärke von 90 Dezibel reduziert werden. „Wir können nix dafür”, zuckte Johnny Strey vom Ordnungsamt mit den Schultern. „Nach Landesemissionsschutzgesetz heißt es eigentlich ab 22 Uhr 45 Dezibel“. Und die begrenzte Ausnahmegenehmigung bis 24 Uhr galt eben für 90 Dezibel. „Dann schauen wir mal”, wollte sich der Vorsitzende des MAP-Vereins, Phillip Roth, über 2011 noch keine Gedanken machen. „Das ist doch was Besonderes für eine Kleinstadt – da müsste man doch tolerant sein”, meinte Petra Sprenger. „Finde ich affig – da passiert so was einmal im Jahr und wird durch so was boykottiert”, erklärte die Neu-Rheinbergerin Cornelia Neubauer.
„Das ist doch was Besonderes für eine Kleinstadt – da müsste man doch tolerant sein”, meinte Petra Sprenger. Mit einem gewissen Unterton umschrieb der Sänger der Moerser Band „Adam’s Pet”, Michael Hanhart, die Situation. „Rockmusik unter der Lautstärke eines Staubsaugers – das ist schwierig.” Die Koblenzer Band „Lake Cisco” löste einen wahren Ansturm am MAP-Stand aus.
Highlight des Abends waren dann aber die „Zauberlehrlinge”. Trotz der akustischen Einschränkungen lieferten sie einen knapp zweistündigen musikalischen Ritt durch alle Pop-Rock-Rap-Soul-Alternative-Partystücke ab und spielten auch Auszüge aus der neuen CD „Empire steht am Rhein”. Die Palette reichte dabei von „Human” von The Killers und „Klar” von Jan Delay bis hin zu „Crazy in love” von Beyoncé. Um exakt 24 Uhr verabschiedete sich die Combo von der Bühne. Und stolz sicherte sich die 21-jährige Issumerin Anne Wanders mit ihrem letzten Kleingeld die letzte „Zauberlehrling”-CD als Erinnerungsstück.
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Der liebe Gott wird es verzeihen, aber war es nicht im Pfarrgarten der katholischen Gemeinde St.Peter? Das schreit nach Inquisition! ;-)