Letzte Erdbeeren warten auf Ernte am Niederrhein

Noch können die saftigen Beeren gepflückt werden auf den Feldern am Niederrhein. Die Ernte war ergiebig.
Noch können die saftigen Beeren gepflückt werden auf den Feldern am Niederrhein. Die Ernte war ergiebig.
Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ
Was wir bereits wissen
In den kommenden zehn Tagen sind die roten Sommerfrüchte noch zu pflücken. Im Gegensatz zur Spargel- und Gerstenernte lief die Saison gut.

Rheinberg/Alpen..  „Es gibt erhebliche Trockenschäden im Weizen“, berichtet Stephan Hufer, der stellvertrenende Kreisbauernvorsitzende vom Kreis Wesel aus Alpen-Bönninghardt. Zwar hat die Weizenernte noch nicht begonnen, aber schon bei der Gerste zeichnen sich Ertragseinbußen ab. Die ist nun fast eingefahren.

„Auf schwerem, gutem Boden hat das Wasser gereicht, da ist die Ernte durchschnittlich gut“, sagt Henning Barten, Landwirt in Rheinberg, „aber auf leichtem Boden hatten wir rund 30 Prozent weniger Gerste“.

Spargel kam zu spät

Die Trockenheit machte auch den Spargelbauern am Niederrhein zu schaffen. „Der Spargel kam 14 Tage später, das war nicht aufzuholen“, sagt Achim Schippers, der in Alpen auf rund 26 Hektar Landfläche grünen und weißen Spargel anbaut. Er schätzt, dass er etwa zehn bis 15 Prozent weniger Spargel als im vergangenen Jahr vom Feld geholt hat. Der Preis sei jedoch stabil geblieben. Mit Ertragseinbußen bis zu 50 Prozent bei seinem grünen Spargel rechnet Bauer Barten: „Der Spargel kam nicht in die Puschen.“ Dafür zeigt er sich mit dem Wachstum seiner Erdbeeren zufrieden: „Die Felder mussten zwar beregnet werden, aber es hat einigermaßen geklappt.“ Er schätzt, dass er die süßen Beeren noch bis zu zehn Tage von seinen Feldern holen kann. Unterstützt wird er dabei von fleißigen Erdbeerpflückern: „Es kommen viele zum Selbstpflücken.“

Gut die Hälfte der Gäste auf den Feldern seien türkischstämmig. „Dieses Jahr liegt der Ramadan ungünstig“, meint er. Am Tag vor der Fastenzeit sei sein Feld noch voll gewesen. Die Familien hätten teilweise zwischen 30 und 50 Kilogramm gepflückt, „deutlich mehr als die deutschen Familien“. Während des Ramadan habe die Anzahl der Erntehelfer dann aber abgenommen. Jetzt schauen die Landwirte am Niederrhein gebannt auf das Wetter. „Das wird mehrfach täglich eingesehen“, gibt Stephan Hufer an.

Er wünscht sich einen großflächigen Landregen über Stunden. „Wenn die Trockenheit jetzt noch anhält, wird auch die Maisernte betroffen sein“, sagt er. Auch für die Rüben und Kartoffeln sei der Regen jetzt ausschlaggebend.

„40 bis 60 Liter Regen“, davon träumt auch Henning Barten für sein etwa 25 Hektar großes Maisfeld. Am besten keinen Starkregen, sondern gleichmäßig verteiltes Wasser vom Himmel und 25 Grad. „Wasser ist der Hauptfaktor und entscheidet über Gedeih und Verderb.“