Leaderregion – über dem Kirchturm Rheinbergs hinaus

Kirchturmsdenken ist nicht gefragt bei  Projekten, wenn sie in díe Förderung der Leader-Region aufgenommen werden wollen.
Kirchturmsdenken ist nicht gefragt bei Projekten, wenn sie in díe Förderung der Leader-Region aufgenommen werden wollen.
Foto: Marc Albers
Was wir bereits wissen
Für die Umsetzung von Ideen der Menschen in förderungswürdige Projekte sollen jetzt Strukturen geschaffen werden.

Rheinberg..  Wo führt sie hin, die Leader-Bewerbung? Als Rheinberg, Alpen, Sonsbeck und Xanten kürzlich die Zusage erhielten, dass gemeinsame Aktionen zur Förderung des ländlichen Raums unterstützt werden, war die Begeisterung über die erfolgreiche Teilnahme an dem Wettbewerb riesig. Schließlich können die vier Kommunen auf insgesamt 2,3 Millionen Euro Fördermittel von der EU zurückgreifen.

Aber jetzt geht es in der Umsetzung darum, welche der vielen auch von den Menschen in diesem Raum vorgeschlagenen Ideen und Projekte verwirklicht werden. Über den Stand der Dinge berichtete die Verwaltung in der Sitzung des Stadtentwicklungs- und Umweltausschusses.

„Wir haben es geschafft, Leader-Region zu werden“, freute sich der technische Beigeordnete Dieter Paus immer noch darüber, dass die Anstrengung der Menschen in der Region mit dem Einbringen von Ideen und die anschließende Ausarbeitung von Sonja Helmich, der stellvertretenden Fachbereichsleiterin Stadtentwicklung, Bauordnung und Umwelt bei der Stadt, auf Landesebene anerkannt wurde. Jetzt müssten Strukturen her, um die Ideen im kommenden Jahr in Projekte umzusetzen. Dazu gebe es demnächst ein Treffen in Sonsbeck.

Peter Tullius (SPD) wollte wissen, wer darüber entscheide, was gefördert werde. Darüber befinde die sogenannte lokale Aktionsgruppe, die noch gegründet werden müsse, erklärte Helmich. Innerhalb der Gruppe werde ein Vorstand gewählt, zu dem als feste Mitglieder die Bürgermeister der vier Kommunen gehören. Der Vorstand solle mehrheitlich nicht kommunal besetzt sein, sondern auch Vertreter beispielsweise aus der Wirtschaft haben.

Um eine Förderung zu erhalten, sei ein Eigenanteil nötig. Helmich: „Der kann allerdings von Dritten erbracht werden, und das streben wir an.“

Der Hoffnung von Michael Kuklinski (SPD), dass ein möglichst großer Teil des Geldes in Rheinberg bleibe, machte Helmich allerdings sofort einen Strich durch die Rechnung. Leader-Region bedeute eben, möglichst viele Projekte in die Region zu bringen und kein Kirchturmsdenken zu fördern. Sie konnte aber einem anderen Wunsch von Kuklinski, dem nach der Einbeziehung der Hochschule Rhein-Waal, etwas abgewinnen. Das sei durchaus möglich.

Wenn es um die Verteilung der Mittel geht, ist der Einfluss des Rates gering, wurde auf eine Frage von Tullius reagiert. Das ginge, aber nur ganz begrenzt, über den Haushaltsplan.