Leaderprojekt: Ein Slogan sorgt in Rheinberg für Verwirrung

„Leaderregion Niederrhein: Natürlich lebendig!“ Linda Syska (34) kann mit dem Slogan nichts anfangen.
„Leaderregion Niederrhein: Natürlich lebendig!“ Linda Syska (34) kann mit dem Slogan nichts anfangen.
Foto: Christiane Kathrin Dase
Was wir bereits wissen
Auch das Vorhaben an sich hat sich bei den Menschen in der Stadt noch kaum herumgesprochen.

Rheinberg..  „Leaderregion Niederrhein: Natürlich lebendig!“ Das ist er also, der Slogan hinter einem Förderprogramm der EU, das Menschen am Niederrhein und damit auch in Rheinberg unterstützen soll, den Ort, in dem sie leben mit eigenen Ideen und Projekten voran zu bringen. Am Donnerstagabend vorgestellt und von den Vertretern der Kommunen Rheinberg, Sonsbeck, Xanten und Alpen gefeiert, hat sich das Vorhaben bei den Menschen in der Stadt noch kaum herumgesprochen.

Leaderregion Niederrhein: Helga Webers denkt dabei zuerst „an Chöre, die in der Region auftreten“. Zugegeben, bei diesem Mix aus Englisch und Deutsch sind Missverständnisse programmiert. Gehört hat die 67-jährige Rheinbergerin weder von dem Slogan, noch vom EU-Förderprogramm. „Ich finde es aber gut, wenn sich Leute hier für Dinge einsetzten“, sagt sie. Auch wenn Engagierte oft hart – und manchmal erfolglos – für eine Sache kämpfen müssten. „Das MAP-Festival ist das beste Beispiel dafür. Das ist immer gut besucht, aber das Geld für die Veranstaltung fehlt trotzdem...“

Horst Wuttke kennt Projekt und Slogan, kann damit aber trotzdem nichts anfangen. „Zu wenig konkret“, findet der 62-Jährige den Spruch und auch die Pläne der Kommunen. Das mögliche Fördergeld der EU würde er lieber in Rheinbergs Stadtpark stecken. Er bedauert, dass sich niemand um den Erhalt des Vallan-Wohnturms kümmere. „Vor zwei, drei Jahren haben sie da noch Rosen angepflanzt. Jetzt ist wieder alles voller Unkraut.“

Wenn man Kerstin Hallemann nach ihren Wünschen fragt, dann wäre das Geld der EU in Rheinberg am besten in Angebote für Jugendliche investiert. Linda Syska findet den Slogan zwar sprachlich verwirrend, das Projekt dahinter sei aber ein guter Anfang: „Wenn Ideen gefördert werden, hat man als Einzelperson auch die Chance, etwas zu verändern.“