Lachen bis der Arzt kommt

Rheinberg-Budberg..  Es gibt Namen, auf die muss man erst einmal kommen. „Caroline hat während eines Telefonates einen Prospekt entdeckt und laut gelacht. Da haben wir beide gesagt: Das ist es.“ Seitdem tritt das Kabarettduo Caroline Seeger und Christoph Schlewinski unter dem Namen „Fußpflege Deluxe“ auf. Ebenso schräg ist der Name des Programms, mit dem sie am Samstagabend im Budberger Bürgerhaus zu Gast waren: „Der Titel ist in ihrem Land nicht verfügbar“.

Nicht verfügbar waren auch die angekündigten Künstler. Das dem Publikum näherzubringen, war zumindest das zentrale Thema des preisgekrönten Kölner Duos. Als Mitarbeiter einer Volkshochschule mit Angeboten für das „gehobene Bildungsniveau“ haben sie ein buntes Programm zusammengestellt, an dem auch „Fußpflege Deluxe“ teilnehmen soll, aber nicht erscheint. Also bereiten sie gemäß dem pädagogischen Auftrag des Hauses die rund 100 Besucher in Budberg auf das Duo speziell und den Kabarettisten im Allgemeinen vor. Letztere stoßen alleine durch ihre Tätigkeit an ihre geistigen Grenzen, erklärt die VHS-Leiterin: „Kabarettistengehirne sind nicht besonders groß hat man bei Obduktionen festgestellt. Da passt gerade der Text rein.“ Immer wieder macht es den Eindruck, als wüssten die beiden nicht weiter oder hätten ihren Text vergessen. Haben sie natürlich nicht, im Gegenteil: Mit perfekt gespielter Unzulänglichkeit erheben sie die ungelenke Improvisationskunst von Möchtegernveranstaltern zur Kunstform. Immer wieder gehen sie von der Bühne und wenn das Licht ausgeht, nimmt das Publikum am Chaos im Backtage-Bereich teil.

Weil die Stars des Abends weiter auf sich warten ließen, nutzte der Nachwuchs, von Caroline Seeger herrlich unbeholfen dargestellt, die Gunst der Stunde. Das rief dann allerdings den Notarzt auf den Plan: „Hören Sie auf, sie führen das Publikum geradewegs in eine humoristische Nahtoderfahrung.“ Unter medizinischer Anleitung ging es weiter, betreutes Lachen für das Publikum. Entsprechend selbstbewusst begann das Duo den zweiten Teil des Programms: „Wir wissen, dass sich unsere Worte von vorhin in ihrer Seele ein kleines Heim errichtet haben.“ Dort hinein poltern am Ende des Programms dann doch noch „Fußpflege Deluxe“ mit dem gekonnt missratenen Versuch einer Hamlet-Aufführung. Kaum hat Caroline Seeger eine Rolle verinnerlicht, ist der Held auch schon tot. Ihrem Partner ist das peinlich: „Die Leute werden später sagen: Fußpflege Deluxe, waren das nicht der Fette und die Vollidiotin.“ Waren sie nicht wie der starke Schlussapplaus bewies.