Kunst ist ein Zulassen

Xanten..  Einfach mal genau hinschauen. Könnte ein Lebensmotto sein, beschreibt aber viel besser die Ausstellung von Susanne Rinnen. Schon seit dem 8. März stellt die Künstlerin ihre Lieblingsstücke im Naturforum auf der Bislicher Insel aus. 54 Bilder hat sie mitgebracht, teilweise Zeichnungen mit Buntstift oder Landschaften aus Öl.

Glänzende Kirsche

Die Bilder sagen mehr aus, wenn man genauer hinschaut. Und genau darum geht es Susanne Rinnen. Sie zeichnet Dinge, worauf viele kein Augenmerk legen. Ein kleiner, bunter, toter Vogel liegt auf dem Boden. Viele schauen nur flüchtig hin, Susanne Rinnen aber muten auch solche Dinge an. Das ist der Grund, warum der tote, mit Buntstift gezeichnete Vogel genau so Teil der Ausstellung ist, wie eine strahlende und glänzende Kirsche. Sie fällt auf, knallig rot sticht sie vielen Besuchern ins Auge. „Viele fragen, wie die Kirsche so stark glänzen kann. Ich sage dann nur: Die glänzt von sich aus. Und das male ich nur nach“, schmunzelt die gelernte Steinmetzin. Aber eben für solche Naturstudien muss man genau hinsehen und sich dann die Zeit nehmen es nachzuahmen.

Den wenigsten Menschen scheint ein solches Talent gegeben zu sein, so filigran und präzise zu arbeiten. Aber neben diesem handwerklichen Teil in der Kunst gibt es eben auch die Gefühle, die in Bildern verarbeitet werden. Susanne Rinnens Wolkenbilder stellen das Gegenteil ihrer Naturstudien dar. „Die Bilder kommen von innen heraus“, deswegen tauft sie diese Bilder auch Seelenlandschaften. „Ich lasse das kommen, ich plane kein Bild vorher genau, Kunst ist ein Zulassen“, sagt die Künstlerin aus Xanten.

Und genau das ist es, was sie auch dem Besucher abverlangt. Wer sich auf die Bilder einlässt, versucht die Hintergründe zu erfassen, der kann die Ausstellung genießen. Die Ausstellung ist nur noch bis zum 19. April im Naturforum zu finden.