Kulturschätze per Mausklick

Stellten das „Kuladig-Projekt“ im Kastell vor (von links):  Martina Erzner (Biologische Station), Christoph Boddenberg (Landschaftsverband Rheinland) und Johanna Siewers (Biologische Station).
Stellten das „Kuladig-Projekt“ im Kastell vor (von links):  Martina Erzner (Biologische Station), Christoph Boddenberg (Landschaftsverband Rheinland) und Johanna Siewers (Biologische Station).
Foto: Florie
Was wir bereits wissen
Die Biologische Station stellte in Sonsbeck die Internetplattform „KuLaDig“ vor

Sonsbeck..  Seit September 2013 laufen die Arbeiten – jetzt wurden im Kastell die vorläufigen Ergebnisse der Bemühungen vorgestellt, die sich die Biologischen Station im Rheinland – darunter auch die Station in Wesel – im Verbund mit Vereinen und Verbänden gemacht haben.

Auf der Datenplattform „www.kuladig.de“ - was abgekürzt für „KulturLandschaft Digital“ steht, können Internetuser mit einem Mausklick Informationen über das landschaftlich kulturelle Erbe der Region finden. Martina Erzner von der Biologischen Station Wesel führte die Anwesenden durch den Aufbau der Seite, auf der sich mit Hilfe einer Suchfunktion relativ einfach spezifische Objekte oder Ortschaften finden lassen.

Engere Kooperation

Entstanden war das Projekt „Kulturlandschaft am Niederrhein“ mit Hilfe des Landschaftsverbandes Rheinland, der das Ganze mit Fördermitteln unterstützt hatte. Das Projekt soll einen Beitrag dazu leisten, die Kulturlandschaft des Niederrheins aus verschiedenen Sichtweisen wie Naturschutz, Denkmalschutz und Historie zu beschreiben und lebendig zu erhalten.

Für die Inhalte hatten unter anderem vier Vereine aus dem Kreis Wesel gesorgt. Dazu zählen der Heimatverein Dingden, der Heimatverein Gahlen, der Heimatverein Bislich und der Verein für Denkmalpflege Sonsbeck, der sein Wissen über Ort, Landschaft und Besonderheiten mit auf die Plattform hat einspeisen können.

Insgesamt waren 40 historische Gruppierungen und Heimatvereine im Kreis mittels eines Fragebogens vor eineinhalb Jahren angeschrieben worden. Neun Vereine schickten den Fragebogen zurück, mit den vier Vereinen entwickelte sich dann eine engere Kooperation. Sie stellten ihre Sammlungen mit Materialien zur Verfügung, um die Kulturgütern ihres Raumes auch auf moderne Art und Weise sichtbar zu machen.

Dazu kamen die Beiträge der Biologischen Station zu größeren Landschaftsräumen, aber auch zu Alleen, zu besonderer Vegetation oder Fledermausvorkommen in und an historischen Gebäuden. „Wir haben uns als einzige linksrheinische Vereinigung beteiligt, weil wir alle Chancen nutzen wollen, die öffentlich möglich sind, um die Highlights, die in Sonsbeck sind, darzustellen“, unterstrich Heinz-Peter Kamps, der Vorsitzende des Vereins für Denkmalpflege Sonsbeck. „Es kann ja auch nicht sein, dass nur Xanten und Kevelaer als kulturelle Plätze in Erscheinung treten“, findet Kamps Gefallen an dem Konzept. „Hier kommen kulturelle Dinge, Landschaft und Naturschutz zusammen. Und die sind wunderbar miteinander verbunden – wenn zum Beispiel Kirchen als Wohnräume für Fledermäuse dargestellt sind.“

Allein 50 verschiedene Hinweise und Bemerkungen gibt es unter „Kuldagi“ zu Sonsbeck, davon 13 über die Heimatgeschichte, die man gemeinsam mit Martina Erzner umgesetzt hat. „Das soll sogar vernetzt werden über die Gemeinde-Homepage, so dass man darauf zurückgreifen kann. Da sind auch Literaturhinweise dabei – nicht nur für die interessierten Bürger, sondern auch für Menschen, die sich aus beruflichen Gründen damit beschäftigen.“

Der Sonsbecker Bürgermeister Heiko Schmidt findet das Projekt jedenfalls spannend: „Das soll ja auch Geschmack machen auf die Umgebung – als „grüne Perle am Niederrhein“ auch unsere Perlen so darzustellen. Wir gehen da sicherlich oft neben Xanten und Kevelaer unter – da ist so eine Plattform eine sinnvolle Sache, zumal das auch eine wissenschaftliche Grundlage und Basis hat.“