Kostümausverkauf bei Johanna Lensing in Rheinberg

Gerda Kasubke (links) und Claudia Koch helfen beim Kostüm-Verkauf.
Gerda Kasubke (links) und Claudia Koch helfen beim Kostüm-Verkauf.
Foto: Selina Maas
Was wir bereits wissen
„Eine Ära geht zu Ende. Aber die Zeit ist einfach da“, erzählt die 73-Jährige. Ein Nachfolger ließ sich leider nicht finden.

Rheinberg..  Wer glaubt, Frauen beim Winterschlussverkauf seien schlimm, hat Frauen noch nie beim Karnevals-Shoppen erlebt. Gestern fiel der Startschuss für den Ausverkauf der Karnevalskostüme unter der St.-Anna-Kirche in Rheinberg, denn Johanna Lensing schließt nach 33 Jahren ihren Kostümverleih, der zusammen mit der Eine-Welt-Gruppe in den 1980-er Jahren gegründet wurde: „Eine Ära geht zu Ende. Aber die Zeit ist einfach da“, erzählt die 73-Jährige. Ein Nachfolger ließ sich leider nicht finden, also werden die rund 350 Kostüme nun für einen guten Zweck verkauft.

Wegen Überfüllung geschlossen

Ab 10 Uhr wechselten Kostüme aller Farben und Varationen für kleines Geld den Besitzer. Unerwartet voll wurde es dann aber in dem kleinen Raum, denn bereits vorher standen die Kunden Schlange. „Wir hatten teilweise wegen Überfüllung geschlossen. Die Kunden mussten warten, bis enige gegangen waren, damit neue reingehen konnten“, erzählt Johanna Lensing.

Sie ist überwältigt, denn mit so einem Andrang, hätte sie nicht gerechnet: „Ich hatte es gehofft. Aber es war der Wahnsinn. Die Kunden haben gekauft, als ob es nichts mehr gäbe.“ Nicht wenige verließen den ehemaligen Verleih mit Unmengen von Kostümen über dem Arm.

Seit Anfang an dabei ist auch Gerda Kasubke. Sie hat den Kostümverleih vor 33 Jahren mit gegründet und seither rund 30 Kostüme selber genäht. „Ich bin traurig, dass es jetzt zu Ende geht. Beim Nähen war ich immer dabei, auch wenn mal Kostüme nicht so wie gewollt zurück kamen und dann ausgebessert werden mussten, habe ich mitgeholfen. Aber ich kann Johanna verstehen“, erzählt sie. Gerda Kasubke ist jedoch froh, dass einige ihrer selbsgenähten Sachen nun einen neuen Besitzer finden: „Das hätte ich nicht gedacht.“ Ihre Kollegin Claudia Koch ist seit circa drei Jahren dabei und stand den Kunden immer mit Rat und Tat zur Seite: „Ich bin auch traurig, dass es nun vorbei ist, aber auch glücklich über den Andrang. So gut besucht hätte es mal immer sein müssen.“

Teilweise kauften die Kunden über zehn Kostüme und so waren bereits nach drei Stunden nicht mehr viele Kostüme übrig. „Ich denke, wir haben heute schon circa 170 von 350 Kostümen verkauft“, erzählt Johanna Lensing stolz.

Kostümverleih vorher im St. Peter

Eine glückliche Kundin ist auch Karin Ricking aus Rheinberg. Sie hat sich vor vielen Jahren schon einmal Kostüme ausgeliehen, da gab es den Verleih noch im St.-Peter-Pfarrheim. Sie findet: „Es ist eine gute Sache und umso bedauenswerter ist es, dass es jetzt zu Ende geht. Ich habe den Kostümverleih oft Freunden weiter empfohlen.“ Denn das Besondere: „Es sind schöne und individuelle Sachen für Karneval dabei. Die meisten sind selber genäht, deswegen hat sie auch kein Anderer.“ Ihre Wahl fiel gestern auf Kinder-Roben mit viel Glitzer „Das ist natürlich ganz wichtig. Die Kleinen werden bald als Prinzessinen und Könige durch den Kindergarten spazieren.“

Bis zum 10. Februrar sind die Pforten unter der Rheinberger St.-Anna-Kirche noch geöffnet, imer dienstags von 16 bis 19 Uhr. „Natürlich nur, wenn wir dann auch noch etwas da haben,“ erzählt Johanna Lensing und lacht.