Knebel weiß, was Orsoyer wollen
14.02.2010 | 17:30 Uhr 2010-02-14T17:30:00+0100Große Büttensitzung des 1. OKK: Ein Feuerwerk der närrischen Pointen
Peter Bußmann
Rheinberg-Orsoy. Die Orsoyer nahmen ihr diesjähriges Narrenmotto wörtlich, feierten gewaltig bis drei Uhr nachts. „Karneval feiern ist nicht schwer, mit OKK und Feuerwehr" lautet es dieses Jahr. Und will sagen: Das 1. Orsoyer Karnevalskomitee ist zehn, die Feuerwehr 100 Jahre alt. Beide Geburtstage sind auf dem aktuellen Orden verewigt. Der zeigt einen Leiterwagen der Wehr, auf dessen Motorhaube ein bunt gewandeter Narr sitzt. Den Orden gab's für honorige Gäste gleich am Eingang des großen Zeltes, in dem die Oschauer feierten. Ob Orsoys katholischer Pfarrer Hubert Peters oder Franz-Josef Stiel, Vorstand der Sparkasse am Niederrhein, oder alle anderen prominenten Gäste - es gab Bützchen von einem hübschen Gardemädchen und den Orden. Drinnen im gut vorgewärmten Zelt schlug die Stimmung hoch. Auf langatmige Ordensverleihungen auf der Bühne verzichtete das Oschauer OKK. Das tat dem zügigen Ablauf der Büttensitzung Freitagabend gut. Schlag auf Schlag zog der Elferrat unter dem Vorsitz von OKK-Präsident Paul van Holt die närrischen Programmpunkte durch.Coole Klamotten,Alter! Den Anfang machte der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Rheinberg, Löschzug Orsoy. Die bunte Truppe unter ihrer engagierten Leiterin Maria Kühnen zog mit roten Hüten und buntfleckigen Jacken mit musikalischem Schwung ein. „On wenn dat Trömmelche jeht, dann stonn se all parat", hieß es, als Refrain „Oschau Helau Helau". Da musste noch eine Zugabe her. Auf der Bühne, gekrönt vom Elferratstisch, über dem bunte Orsoyer Stadtansichten prangten, war es eng. Drei Tanzgarden waren mit eingezogen, die im Verlauf der Büttensitzung brillierten. Stolze Mütter verfolgten die Piccolinos. Die Kleinsten von fünf bis acht wirbelten. Mut bewies Sophie Lenz. Die Zehnjährige legte zwei gelungene Solotänze auf die Bretter. Später zeigte auch die Großes Garde des 1. OKK und die Under 18, die Showtanzgruppe, ihr Können. Dann tauchte Herbert Knebel auf, nahm probeweise Platz unter dem Elferrat. Sonst Hoppeditz, jetzt Knebel, parodierte Christian Piepenstock das Orsoyer Alltagsgeschehen. St. Martin und die Kinder hatten es ihm angetan. Die hatten den Heiligen mit wüsten Sprüchen begrüßt: „Coole Klamotten haste an, Alter" oder „Wie viel PS hat Dein Gaul?" Zur Mantelteilung kam der Rat: „Gib dem Ollen nix, Geiz ist geil." Auch Rheinberger bekamen es von Herbert Knebel: „Was ist das? Zwei Rheinberger bewerfen sich mit Strohballen. - Gedankenaustausch." Zupfi und Quetschi, aus Orsoyer Sitzungen nicht weg zu denken, lieferten Lokalcolorit en masse.
Peter Houcken alsMännerversteherin Ob Bürgermeister oder Lokalpolitiker, jeder bekam seine Watschen. Für OKK-Ehrenpräsident Heiner Geldermann, der jetzt das Martinskomitee leitet, stimmten sie das Martinslied an. Höhepunkt der Sitzung war Dr. Peter Houcken als „Männerversteherin". Als elegante Französin lobte er die Männer, kokettierte mit ihnen, legte Lachnerven blos. Tante Gertrud, eine Limburger Karnevalistin, riss mit Comedy und Gesang mit. Das Männerballett des OKK begeisterte und die Fährmänner, eine Gesangsgruppe, wollte man nicht mehr von der Bühne lassen. Bis drei in der Nacht sorgte dann ein DJ dafür, dass die Stimmung im Festzelt garantiert gut blieb.
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