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Klimaschutz muss Spaß machen

18.01.2012 | 19:25 Uhr
Klimaschutz muss Spaß machen
Das Stadtradeln ist eine Aktion, mit der das Thema Klimaschutz ganz praktisch und vor allem mit viel Spaß umgesetzt werden konnte.

Rheinberg.   Rheinberg ist die verantwortliche Kommune beim Euregio-Projekt „Kliker“. Grenzüberschreitend beteiligen sich elf Städte und Gemeinden.

Ohne Spaßfaktor geht’s nicht beim Klimaschutz. Das ist die feste Überzeugung von Jens Harnack. Wer die Bürger mitnehmen will, muss ihnen etwas bieten. Wie beim Stadtradeln, so der Leiter der Stabsstelle Nachhaltigkeit. Da waren 1800 Rheinberger drei Wochen lang mit dem Rad unterwegs, das 08/15-Thema Radfahren jeden Tag in der NRZ/WAZ und die Bürgerinnen und Bürger richtig enthusiastisch, wenn’s ums Kilometersammeln ging. Ein Beispiel, von dem andere lernen können und sollen. Beim „Kliker“-Projekt.

Voneinander lernen

„Kliker“ steht ausgeschrieben für Klimaschutz in Kommunen der Euregio Rhein-Waal, ist eine grenzüberschreitende Geschichte, an der sich sechs niederländische und fünf deutsche Kommunen - neben Rheinberg auch Alpen - beteiligen und Ziel ist, den Klimaschutz in der Kommune auf Trab zu bringen. Durch Konzepte, Management, feste Verantwortlichkeiten und natürlich auch Projekte. Die Rheinberger, die schon ziemlich weit in Sachen Klimaschutz sind, sind der Projektverantwortliche für „Kliker“. Und gestern waren sie Gastgeber für den Start des Projektes. Mehr als 100 Besucher aus der Bundesrepublik und den Niederlanden waren zu den verschiedenen Vorträgen in die Stadthalle gekommen.

Voneinander lernen, miteinander lernen, gucken, was die anderen machen und dann beschließen, das können wir auch, brachte Harnack die Zielsetzung von „Kliker“ auf eine ganz einfache Formel. Und auch, wenn Rheinberg „schon etwas weiter“ sei beim Klimaschutz bedeute das nicht, dass die Kommune nicht von anderen lernen und profitieren könne.

Die Formulierung „schon etwas weiter“ ist allerdings eine bescheidene Untertreibung. Da Rheinberg in Sachen Klimaschutz eine Menge vorweisen kann. Als die Stadt Ende der 90er Jahre mit dem Agenda-21-Prozess startete, wurde sehr schnell deutlich, dass sie mit Einzelprojekten nicht weit kommen würde. Diese Erkenntnis war der erste Schritt, der zweite dann Großveranstaltungen, Workshops etc. Mehr als 100 Bürger beteiligten sich an der Arbeit an einem strategischen und nachhaltigen Entwicklungskonzept. Heute hat Rheinberg ein Stadtentwicklungskonzept 2030plus. Aber das war nur der Anfang. Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden, Mitglied im EU-Klimabündnis, die erfolgreiche Dr. Haus-Kampagne, die Hausbesitzern und den Betrieben in der Region etwas bringt, das Ziel, bis 2020 den Co2-Ausstoß um 40 Prozent zu verringern, sind nur einige wenige Beispiele für Rheinbergs Engagement.

Mein Auto, dein Auto, unser Auto

Womit Harnack bei der prominent besetzten Konferenz gestern sicherlich auch beeindrucken konnte, war dies: In Rheinberg wird nicht nur über Klimaschutz geredet, Politik und Verwaltung stehen dahinter. Denn das sei wichtig: Für die Arbeit müssen finanzielle und personelle Mittel zur Verfügung gestellt werden. Wie geht’s weiter in der Stadt: der Bürgerbus soll kommen, für Schulen sind Walking-Busse geplant. Und auch, wenn Carsharing-Projekte, bei denen sich mehrere ein Auto beispielsweise für die Fahrt zur Arbeit teilen, in kleinen Kommunen immer als unrealisierbar angesehen wurden - in Rheinberg soll in diesem Jahr eins auf den Weg gebracht werden. Aktionen mit den Schulen sind geplant zu verschiedenen Themen. Ende des Jahres sollen die öffentlichen Gebäude zu 100 Prozent mit Ökostrom versorgt werden und auch wenn die Stadt an dem offiziellen Projekt „Innovation City“ nicht teilnehmen konnte, so organisiert sie ihre eigene „Innovation City“ - durch die immense energetische Sanierung der Reichelsiedlung. Das mache die Kommune nicht selbst, aber sie begleite diesen Prozess.

Carmen Friemond

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