Keine Informationen über Störfall

Rheinberg..  Lukas Aster, sachkundiger Bürger der Rheinberger Grünen, ärgert sich über die Informationen rund um den Chlorgasunfall bei Solvay am Freitagmorgen. Die Informationen darüber habe die Fahrgäste in der NordWestBahn nicht erreicht. Als Fahrgast von Xanten nach Rheinberg habe sich die Situation folgendermaßen dargestellt: Gegen 8.21 lief die Regionalbahn am Millinger Bahnhof ein, der neben dem PVC-Werk liegt. Der Zug fuhr aber nicht weiter; die Maschine wurde abgestellt. Kurze Zeit später kam die Durchsage: „Die Weiterfahrt des Zuges verzögert sich auf unbestimmte Zeit, da ein Güterzug zwischen Rheinberg und Millingen liegengeblieben ist.“ Lukas Aster habe den Zug verlassen und den Fußweg nach Millingen angetreten, um dort den Bus nach Rheinberg zu nehmen. Alles in allem sei er 40 Minuten den ausgetretenen Gasen ausgesetzt gewesen, ohne es zu wissen. Erst als er gegen 9 Uhr an seinem Arbeitsplatz, am Amplonius-Gymnasium ankam, erfuhr er von dem Unfall.

Lukas Aster weist darauf hin, „dass die Meldekette zur Abwehr von Großschadensereignissen zwischen Bahn und Chemieunternehmen offenbar nicht richtig funktioniert.“ Dies sei um so bedauerlicher, da der Kreis Wesel wie auch die Kommunen um eine Verbesserung des Rettungswesens bemüht seien.

In seiner Eigenschaft als sachkundiger Bürger werde er bei der Kreisverwaltung nachfragen, ob Solvay den Personennahverkehr über den Störfall informiert habe und welche Maßnahmen die Verkehrsunternehmen in Erwägung ziehen, um ihr Personal und die Fahrgäste zu schützen. Zudem möchte Lukas Aster wissen, warum die Information über den Störfall nicht bei den Fahrgästen ankam, die den Zug in Millingen verlassen mussten. Der Ablauf der Ereignisse zeige, dass sorgfältiger und vollständiger gemeldet werden muss. Bei einem wirklichen Großschadensereignis hätten Menschen zu Schaden kommen können.