Keine Erinnerungen an Schlägerei

Xanten..  So beliebt das Oktoberfest in Xanten auch ist: Handfeste Auseinandersetzungen in und um das Festzelt gibt es immer wieder. Nicht selten endet der fröhliche Abend für einige Besucher im Krankenhaus. Das Rheinberger Amtsgericht musste sich jetzt erneut mit einem Fall der Körperverletzung beim Oktoberfest befassen. Angeklagt war ein Justizvollzugsbeamter, der wohl so tief ins Glas geschaut hatte, dass er sich an den Abend kaum noch erinnern konnte.

Im Oktober 2013 sollte er einem anderen Gast vor dem Festzelt ein Bierglas in das Gesicht geschlagen haben. Der Gegner trug zwei Schnittverletzungen im Gesicht davon. Bei dem Angeklagten hatte das beliebte Volksfest offensichtlich keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Er wisse nur, dass er dort ankam und am Tisch saß, mehr nicht. „Ich kann mich an die ganze Geschichte überhaupt nicht mehr erinnern”, sagte der 27-Jährige. „Das einzige, was ich dazu sagen kann, ist, dass es mir sehr leidtut”, fügte er betroffen hinzu. Denn dass er den anderen verletzt habe glaube er schon, ansonsten hätte man ihn ja nicht angeklagt, sah er ein. Er wisse auch, dass er sich an dem Abend ein blaues Auge und eine Gehirnerschütterung zuzog. Wie es dazu kam, sei ihm ein Rätsel. Zum Ärger aller Beteiligten war das Opfer gar nicht erst zur Verhandlung erschienen.

Damit zeige es mangelndes Interesse an der Aufklärung der Tat, sagte die Verteidigerin. Die Aussagen der Zeugen seien ohnehin sehr widersprüchlich gewesen. Eine Vertagung wolle sie ihrem Mandanten, der aufgrund der Anklage unter enormem Druck stehe, ersparen. Sie regte eine Einstellung gegen Zahlung eine Geldauflage an. Das lehnte die Richterin ab. Im September soll neu verhandelt werden.

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