Karneval wunderbar begeisterte in Millingen

Das erste Millinger Prinzen- (und Ehe-)Paar Petra I. und Prinz Mario I. standen natürlich im Mittelpunkt der Büttensitzung in der gut gefüllten Turnhalle an der Grundschule.
Das erste Millinger Prinzen- (und Ehe-)Paar Petra I. und Prinz Mario I. standen natürlich im Mittelpunkt der Büttensitzung in der gut gefüllten Turnhalle an der Grundschule.
Foto: Alexander Florié
Was wir bereits wissen
Die Millinger Büttensitzung überraschte mit originellen Einlagen – und einem gut aufgelegten Prinzenpaar, dass das Rathaus erobern will.

Rheinberg-Millingen..  Zu beschwingten Rhythmen des Millinger Tambourcorps zog der Elferrat der St.-Ulrich-Schützenbruderschaft Millingen in die liebevoll gestaltete und gut gefüllte Turnhalle an der Millinger Grundschule ein. Viele Millinger und viele befreundete Vereine wie die Rhinberkse Jonges, der KAG Ossenberg, die 1. KG Rheinberg-Nord oder die KG Rot-Weiß Borth waren der Einladung zum närrischen Feiern gerne gefolgt. Im Mittelpunkt stand besonders das erste Millinger Prinzen- (und Ehe-)Paar Petra I. und Prinz Mario I. – entsprechend lautete das Motto des Abends auch „Karneval ist wunderbar – erst recht mit unserem Prinzenpaar“.

In geradezu anrührenden Worten unterstrich der neue Prinz, der im letzten Jahr als „Eunuch“ seine Büttenpremiere erlebt hatte, wie wichtig ihnen diese besondere Ehre ist, „in der Heimatstadt, in dem Stadtteil, wo wir heimisch geworden sind“, als Prinzenpaar auftreten zu dürfen. „Das ist schöner als irgendwo anders auf der Welt“, sangen die beiden später „Prinzenpaar zu sein in Millingen am Rhein – davon habe ich schon als Kind geträumt.“

Orden als Dankeschön

Und nutzen die Chance, an einige ihrer Freunde, Bekannte und Unterstützer auf der Bühne mehrere Orden als Dankeschön zu verteilen. Später durften auch alle Ehrengäste – unter ihnen der stellvertretende Bürgermeister Peter Maaß und der Rheinberger Ortsvorsteher Heinz-Willi Coopmann – mit dem Elferrat auf der Bühne verweilen. Bevor der Elferrat mit den „Sandhasen“ und dem Paar zu den fetzigen Klängen des Karnevalsschlagers „Jetzt geht’s los“ dann den Abend eröffnete, bedankten sich Sitzungspräsident Thorsten Jesse und sein Co-Moderator Gerrit Schoeps in alter Tradition bei dem letztjährigen Prinzen Clemens Sprünken „dem Genießenden“ für sein Engagement – und überraschten ihm mit einem Prinzenbild von sich als Geschenk.

Viele Gastbeiträger garnierten das abwechslungsreiche Programm. Als „Eisbrecher“ (Thorsten Jesse) fungierte das Solomariechen Laudana Backhaus von der KG Rot-Weiß Borth mit einer schwungvollen Tanzdarbietung – nicht die einzige ihrer Art. Genauso sorgten die „Candy Canes“ in Matrosenkluft, Lenya Müller, die Lilokis und die Oschauer Funken für Begeisterung. Für einen besonderen Moment der Sitzung sorgten die beiden Moderatoren Jesse und Schoeps, als die Prinzengarde Krefeld-Oppum auf die Bühne kam – und beide mit deren Tanzgarde auf der Bühne tanzen durften.

Dazu kamen originelle Büttenbeiträge – Dagmar Gilles überzeugte als „die alte Bekloppte“, die die Nöte des Älterwerdens schilderte („Die Haut schrumpelt, der Busen verweigert den Blickkontakt – da ist der Tag gelaufen.“) und klarstellte: „Dat Alter is nix für Feiglinge“. Als „Schön und Bissig“ nahmen sich Detlef Scholz und Thomas Coenen gegenseitig aufs Korn und streuten Stammtischgerüchte über das Prinzenpaar. Und einem der Sitzungspräsidenten, der ins Eros-Studio geht – nicht ohne das mit den Worten zu kommentieren: „Nicht jeder, der ins Stadion geht, kann auch Fußball spielen.“ Als „Ulrich & Friends“ berichteten die Elferratsmitglieder Ulrich Drießen, Norbert Feltes und Ralf Hanz im Triobett liegend von der letzten exzessiven Elferratstour, bei der nach und nach alle Mitglieder verschwinden. Und die Millinger „Elfis“ boten einen fantastischen Fernsehsketch mit Sportmoderatoren, Köchen und Erotikberaterinnen, bei denen die Sprünge von „Programm“ zu „Programm“ für aberwitzige Wortkombinationen sorgte – und den das Prinzenpaar als „zappende“ Zuschauer vorn an der Bühne verfolgen durfte.

Dem Prinzen blieb es dann vorbehalten, in Reimform dem Publikum zu erklären, wie es von der Untätigkeit eines Arbeitssuchenden über eine Annonce hin zur unvermittelten Regentschaft als Karnevalstotallität gekommen war . „Und ich darf dabei noch den Anblick meiner Königin genießen“, kniete er vor ihr nieder. „Das ist das Tolle – an der Prinzenrolle.“

Und seine Königin hatte für die Zeit nach Karneval gleich schon einen neuen Job für ihren Liebsten parat: „Da wird in Rheinberg – 1,2,3 – doch ein Posten als Bürgermeister frei“, reimte Ihre Lieblichkeit , um dann im gleichen Atemzug zu erkennen: „Warum immer an den Mann gedacht – das kann ich doch selber, wär doch gelacht.“ Da kann sich Rosemarie Kaltenbach ja auf was gefasst machen.