Jürgen Rützel ist der vierte Bürgermeisterkandidat für Rheinberg

Jürgen Rützelmöchte Bürgermeister von Rheinberg werden.
Jürgen Rützelmöchte Bürgermeister von Rheinberg werden.
Foto: Christiane Dase
Was wir bereits wissen
Der Parteilose ist Hausmeister an der Europaschule, 43 Jahre alt, geschieden und hat keine Kinder.

Rheinberg..  „Einer von Euch!“ – das ist der Slogan, unter dem Jürgen Rützel in den Bürgermeisterwahlkampf zieht. Der 43-Jährige möchte am 13. September Noch-Amtsinhaber Hans-Theo Mennicken beerben.

„An Heiligabend ist mir die Idee gekommen, zu kandidieren“, erzählt der Millinger, der als Hausmeister an der Europaschule arbeitet. Mit Freunden habe er zunächst nicht über seine Absicht geredet, sondern es im stillen Kämmerlein für sich alleine entschieden. „In Gesprächen habe ich viele Beschwerden von Bürgern gehört, ihre Anliegen, etwas darüber, was im Argen liegt.“ Dabei habe er gemerkt, dass „keiner den Mut hat, diesen Weg zu gehen. Ich will Menschlichkeit in die Politik bringen. Dort wird zu viel geredet, zu wenig gefühlt.“

Bei der Stadtverwaltung hat Rützel sich über die Voraussetzungen informiert. „Ich brauchte 230 Unterstützungsunterschriften und zwei Wahlhelfer, sagte man mir.“ Sie sammelte er im Freundes- und Bekanntenkreis, erntete dabei Anerkennung („Sehr, sehr mutig, dass du diesen Weg gehst!“), bekam aber auch Ablehnung. „Viele sagten mir, dass sie nicht ihre Adresse herausgeben wollten. Obwohl ich viele Leute kenne, hat es dann zwei Monate gedauert, bis ich alle Unterschriften zusammen hatte.“

Rützel, geschieden, keine Kinder, tritt als Parteiloser an. „Ein Bürgermeister muss unparteiisch sein, um Unbefangenheit zu gewährleisten.“ Diese Situation bringt aber auch Schwierigkeiten mit sich. „Ich habe keine Partei hinter mir stehen, ich trage alles allein.“ Er sieht es als „große Herausforderung an, etwas für andere zu tun. Wenn ich ins Amt des Bürgermeisters hochkomme, dann will ich für die Bürger etwas erreichen, etwas für sie tun. Als Normalbürger habe ich keine große Chance, etwas zu erreichen, als Bürgermeister schon“. Und weil er nicht darauf warten will, dass andere etwas machen, wird er aktiv. „Nur wenn man selber etwas tut, kann man auch etwas bewegen!“

In den Ferien Arbeit bei der Tafel

In den Sommerferien will Rützel bei der Tafel arbeiten. „Es ist mir wichtig, anderen zu helfen. Wenn das alle machen würden, wäre das gut.“

Bisher war er eher politikfern. „Ich bin nicht wählen gegangen, weil wir mit Reden nicht weiterkommen. Aber in der Zukunft werde ich wählen gehen – ich habe festgestellt, dass man etwas erreichen kann.“

In den „nächsten zwei, drei Wochen“ will Rützel mit dem Wahlkampf anfangen. „Ich habe
T-Shirts und Aufkleber bestellt.“ Plakate will er nicht aufhängen. „Viele Menschen sagen mir, sie können so etwas nicht mehr sehen. Da spende ich das Geld dafür lieber der Tafel. Das ist sinnvoller. Und entweder hat man die Sympathie der Wähler oder nicht.“

Als Bürgermeister wäre es sein Ziel, die Attraktivität der Stadt zu steigern. „Wir müssen mehr machen, woran die Menschen, jung oder alt, Interesse haben, wofür sie sich begeistern können.“ Ein Anliegen ist ihm eine öffentliche Toilette, auch für Behinderte, am Marktplatz. „Mir schwebt auch ein bisschen mehr Transparenz vor, mehr direkte Information an die Bürger. Ich muss mit den Menschen persönlich sprechen, ihre Ideen zulassen und dann mit dem Rat versuchen, sie umzusetzen. Die Politik muss attraktiver werden.“

Über seine Erfolgsaussichten macht er sich wenig Illusionen. „Ich denke, dass ich keine große Chance haben werde. Aber ich habe es wenigstens versucht und den Bürgern eine Chance gegeben!“