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Jecken feierten in Millingen

12.02.2012 | 18:32 Uhr
Jecken feierten in Millingen
Büttensizung der Schützenbruderschaft St. Ulrich Millingen. Foto: Gisela Weisskopf / WAZ FotoPool

Rheinberg-Millingen.   Die Millinger Büttensitzung bot erstklassiges Programm. Überraschung für Prinzessin Marina „Die Frohlockende“.

Die mit riesigen rotweißen Tüchern herrlich geschmückte Millinger Turnhalle brachte die Jecken schon lange vor Beginn der Büttensitzung in Stimmung. Die kuschelige Wärme freute vor allem die Mitglieder des Tambourcorps Millingen, die den Saal weiter anheizten.

„Sonst brauchen wir sie immer bei eisiger Kälte für den Umzug, heute dürfen sie sich mal aufwärmen“, betonte Thorsten Jesse, der als Präsident des ausrichtenden Elferrates der Sankt Ulrich Schützenbruderschaft eine locker flockige Moderation bot.

Ein kurzer Striptease

Bei ihrem mit Spannung erwarteten ersten Auftritt begeisterte Millingens neue Prinzessin Marina I. „Die Frohlockende“ ihr närrisches Volk mit einer Rede in Reimform. Weil die „Heidesängerinnen“, ansonsten ein fester Programmpunkt Millinger Büttensitzungen, in diesem Jahr ausfielen, schlüpfte der Elferrat kurzerhand in die Rolle eines Männergesangsvereins. Ihre besseren Hälften, die „Elfi’s“, lösten sie als „Seniorensportgruppe 66 Plus“ ab.

Nach einem kurzen Striptease zeigten sie unter der Leitung ihrer Trainerin „Cindy Fit“ den Umgang mit Dehnungsbändern im Alter.

Danach folgte eine faustdicke Überraschung für die Prinzessin. „Anjun“, der Name der Sonsbecker Showtanzgruppe, die in herrlichen Kostümen zu temperamentvollen spanischen Klängen tanzten, stammt aus dem arabischen und bedeutet: „Sterne“. Bei einem dieser Sterne, deren Auftritt bis zu Beginn geheim gehalten wurde, handelte es sich mit Dagmar Steitz um die Mutter der Prinzessin. In einem weiteren Programmpunkt ließ diese als Mitglied der Bauchtanzgruppe „Zuckerpuppen“ gemeinsam mit ihrer Tochter und Katharina Becker-Bamberger gekonnt die Hüften kreisen.

Dass Prinzessinnen in Millingen nicht nur schmückendes Beiwerk sind, bewies auch Vorjahresregentin Dagmar Gilles. Die „Feuerwehrfrau“ berichtete von der Löschung eines Scheunenbrandes: „Keine einzige Kuh ist verbrannt, sie sind alle ertrunken.“

Als Protokollant des Bundestages nahm Wolfgang Orscheschek den politischen Alltag aufs Korn. Für die Eskapaden des Bundespräsidenten zeigte er vollstes Verständnis. „Irgendwann muss er mit seiner Beistellblondine aus dem Schloss, da nimmt er halt jedes Schnäppchen mit.“

Mit dem Auftritt der großen Garde der KG Nord, frischgekürter Stadtmeister im Gardetanz, folgte ein weiterer Höhepunkt. Mit dabei war neben Jasmin Reinsch, Maren und Lisa Jermis auch Sarah Spandick, die amtierende Kinderprinzessin.

Zahlreiche Lachsalven ernteten Bea Monzer-Erdmann und Petra Heinen mit ihrem Sketsch „Bäuerin sucht Mann“. Nach hintergründigen Informationen zur Damenmode („Der Unterschied zwischen einem kurzen und einem langen Rock besteht nur in der Zugriffszeit“) fehlte auch ein Seitenhieb auf die örtliche Verkehrssituation nicht: „In Millingen wirst du eher von einem Lkw überrollt, als dass du einen Kerl abkriegst.“

Oppumer Prinzengarde, die närrischen Gartenzwerge aus Krefeld, Maria Ulrich als „Hein Blöd“ sowie die Ossenberger „Devil Dancer“ und Thomas Gilles mit Playbacks von Udo Lindenberg rundeten das Programm ab. Für die passende Musik und punktgenaue Einsätze sorgte erstmals das Dinslakener Allroundtalent Dietmar Krüssenberg.

Erwin Kohl

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