Jeannie-Daniela: der Star des Circus Las Vegas in Rheinberg

Die 21-jährige Akrobatin Jeannie-Daniela Frank bewies Körperbeherrschung.
Die 21-jährige Akrobatin Jeannie-Daniela Frank bewies Körperbeherrschung.
Foto: Lukas Hübinger
Was wir bereits wissen
Der Circus gastierte mit seiner nostalgischen Show an den Ostertagen auf dem Messegelände.

Rheinberg..  Manege frei für eine nostalgische Show: Ein Besuch im Zirkus ist ein Besuch in einer eigenartigen Welt, ein Schritt zurück in die Vergangenheit, in eine Zeit, in der sich Kinder noch nicht vor dem Computer den Rücken krumm gesessen haben und sich die neusten Stunts verrückter amerikanischer Akrobaten anschauten, deren Videos sich im Netz innerhalb eines Tages über die ganze Welt verbreiten. Heutzutage hat man alles schon einmal irgendwo gesehen, es geht immer spektakulärer und alles ist immer verfügbar – und Zirkusse fürchten um ihr Existenz.

Über die Ostertage war der „Circus Las Vegas“ an der Messe Niederrhein zu Gast. Die Zirkusfamilie präsentierte sich mit einer liebevollen Show. Besonders auf akrobatischer Ebene wurde den Besuchern einiges geboten und auch Tierliebhaber kamen auf ihre Kosten. „Der Zirkus ist süß, auf jeden Fall, und sie geben sich große Mühe“, sagte Anna-Lena Schoelen, die die Show am Samstagmittag mit zwei Freundinnen besuchte.

PechschwarzeFriesenhengste

So führte Karl Althoff-Köllner pechschwarze Friesenhengste vor. Zwei bildschöne, gewaltige Pferde, deren kraftvolle Muskelfasern durch das glänzende Fell zuckten. Beeindruckende Exemplare – doch die beiden Hengste sahen nicht nur gut aus, sie waren auch hervorragend dressiert. Im Takt vollführten die Tiere ein Pferdeballett mit vielen Drehungen und Kreuzgängen. Gekrönt wurde dieses Spektakel durch den Auftritt eines ebenfalls schwarzen Zwergenponys, das mit einer Größe von 65 Zentimetern lächerlich winzig gegenüber den beiden Kolossen wirkte.

Zwischen Hauptattraktionen tauchten immer wieder die beiden Clowns Leroy und Francesco auf, die sich, wie es sich für echte Clowns gehört, ziemlich zum Affen machten. Auf den Satz „Liebes Bienchen, gib mir Honig“ sollte der eine dem anderen Wasser ins Gesicht spucken. Allerdings scheiterte dieser Streich daran, dass Leroy die Nummer schnell durchschaute und Francesco das Wasser mit Wodka verwechselte. Die wenigen Kinder, die den Zirkus besuchten, hatten trotzdem Spaß. Nach der ersten Pause zeigte sich Leroy in einer Akrobatenrolle, vollführte perfekte Flickflacks und jonglierte mit Ringen, Kegeln und Fackeln.

Der akrobatische Star des Zirkus war allerdings die 21-jährige Jeannie-Daniela Frank, die in die Zirkusfamilie reingeboren wurde und seit klein auf ihre Beweglichkeit trainiert. Sie zeigte ihr Können an einem rotierenden Ringtrapez. Ohne Sicherung schaukelte sie damit bis unter die Decke des Zeltes. Im späteren Verlauf präsentierte sich die junge Artistin als Schlangenfrau und setzte damit scheinbar die Regeln der Anatomie außer Kraft. Doch all diese unglaublichen Fähigkeiten nützen der jungen Frau wenig, wenn nur noch wenige Besucher kommen, um sie zu sehen.

Musik lauter als der Applaus

„Der Zirkus ist schwer geworden“, erzählte Jeannie Frank, die auf zwei Jahrzehnte im Zirkusgeschäft zurück blickt. Es ist eine traurige Entwicklung, wenn ein Clown das Lachen des Publikums nicht mehr hört und die Musik den Applaus der wenigen Besucher übertönt. Vielleicht sind die Rheinberger auch einfach keine Zirkusmenschen, wer weiß.