Integriertes Handlungskonzept – Potenzial für die Innenstadt Rheinberg

Mit dem Gebiet rund um das Alte Rathaus befasst sich das integrierte Handlungskonzept.
Mit dem Gebiet rund um das Alte Rathaus befasst sich das integrierte Handlungskonzept.
Foto: www.blossey.eu
Für Rheinbergs Mitte wurde zuletzt eine Menge gemacht, aber der 1. Beigeordnete Dieter Paus sieht noch mehr Chancen – wenn es finanzielle Unterstützung gibt.

Rheinberg..  Die Konkurrenz in Form von gutem Wetter war groß, aber dennoch kamen sehr viele interessierte Rheinberger am Donnerstagabend ins Rathaus zum Projektmarkt integriertes Handlungskonzept für den historischen Stadtkern – und beileibe nicht nur Politiker, Verwaltungsmitarbeiter, Vertreter von Institutionen, sondern auch Nur-So-Bürger, wie sich ein Zuhörer selbst bezeichnete. Im Grunde genommen ist das gar nicht so erstaunlich, denn es geht um nicht weniger als die Zukunft Rheinbergs.

Der 1. Beigeordnete Dieter Paus brachte es bei seinen einleitenden Worten auf den Punkt. „In der Innenstadt ist in den letzten Jahren viel passiert.“ Dazu zählten der Lindenplatz, die Orsoyer Straße, die Aufwertung des Ortskerns, es gebe eine ganze Reihe mehr Wohnungen und Einwohner, Arbeitsplätze, der Handel sei gestärkt, es existierten Konzepte für Handel Tourismus, an der Nutzung des Alten Rathauses werde gearbeitet. Aber: „Es gibt dennoch Potenzial, für das wir allerdings finanzielle Unterstützung brauchen – und dafür ist das integrierte Handlungskonzept die Grundvoraussetzung!“

Diese Förderchance solle in folgenden Schritten wahrgenommen werden: mit einer Schwächen- und Potenzialanalyse, einer Beschreibung der Gesamtstrategie (Wo soll die Innenstadt hin?), der Benennung von Handlungsfeldern und Maßnahmen sowie einer Kosten- und Finanzierungsplanung. Gerade der letzte Punkt sei angesichts der städtischen Haushaltssituation besonders wichtig.

Thorsten Schauz vom Büro Schulten Stadt- und Raumentwicklung (es soll für die Stadt das Konzept und damit die Bewerbung um Fördermittel vorbereiten und begleiten) stellte die Themen vor, mit denen sich die Rheinberger beim Projektmarkt befassten. Dazu gehören: Wohnen und Wohnumfeld; öffentliche Räume, Plätze, Aufenthalt; Mobilität, Erreichbarkeit und Verkehr; Handel, Versorgung, soziale Infrastruktur; Freizeit, Kultur, Tourismus, Gastronomie.

Gerade beim Thema Handel komme der Innenstadt, die immer noch den Grundriss von 1821 hat, auf den Raum innerhalb des Walls und fast immer noch die historischen Straßenbreiten beschränkt ist, die Lage in die Quere. Einen größeren Lebensmittelversorger gibt es mangels Platz nicht mehr, ein Schwund bei den Geschäften ist feststellbar. Die soziale Infrastruktur sei relativ gut aufgestellt, Parkraum ausreichend vorhanden. Jetzt gehe es darum, das Profil des Ortskerns zu schärfen – und wie es weiter gestärkt werden könne.

Ziele der Erneuerung in Schritten sind die Stärkung des Achsenkreuzes Rhein-/Orsoyer Straße und Gelderstraße, die Aufwertung von Großem Markt und Altem Rathaus, die Gestaltung des Walls, die Entwicklung des Stadtburgareals, die Aufwertung der Haupteingänge in den Ortskern sowie dessen Anbindung an den Polderdeichweg und an den Rhein. Die jetzt laufende Projektphase dauert noch bis August, mit Verwaltungs- und Fokusrunden sowie einem Termin bei der Bezirksregierung (bei ihr muss der Förderantrag eingereicht werden). Dann kommt im September/Oktober die politische Beschlussfassung und eine Abschlussveranstaltung. Am 1. Dezember ist Bewerbungsschluss.