In Xanten-Lüttingen fällt die Pantaleon-Karnevalssitzung aus

In Xanten-Lüttingen hat es sich ausgetanzt – vorerst: Dieses Jahr gibt es erstmals keine Büttensitzung.
In Xanten-Lüttingen hat es sich ausgetanzt – vorerst: Dieses Jahr gibt es erstmals keine Büttensitzung.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die jecke Freude am Niederrhein bleibt mancherorts nicht ungetrübt – in Sonsbeck und in Lüttingen fallen Sitzungen aus.

Rheinberg/Sonsbeck/Xanten..  Die heiße Phase des Karnevals hat begonnen, die rheinischen Jecken freuen sich bereits seit dem 11. November auf die „tollen Tage des Jahres“. Doch die Freude am Niederrhein bleibt mancherorts nicht ungetrübt. In Sonsbeck wird es zum ersten Mal nach rund 40 Jahren keine Karnevalssitzung mehr geben. Schon in den vergangenen Jahren hatte die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Schwierigkeiten, genügend Helfer beziehungsweise Nachwuchs zu gewinnen. Doch auch der Kartenverkauf verlief schon in der Vergangenheit eher schleppend. „Wir sind auf einem großen Teil der Karten sitzen geblieben“, sagt Brudermeister Ralf Weiler. „Da hat sich der betriebene Aufwand für die Gestaltung der Sitzung nicht mehr gerechnet.“ Auch eine Maßnahme der letzten Jahre, die Anzahl der Büttensitzungen zu reduzieren, habe nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Über neue Schritte für 2017 werde jedoch bereits nachgedacht.

Neben Sonsbeck hat auch die St.-Pantaleon-Bruderschaft Lüttingen in Xanten schlechte Nachrichten zu verkünden. Auch dort fällt die diesjährige Karnevalssitzung aus. Im Gegensatz zu Sonsbeck ist in Lüttingen jedoch nicht das mangelnde Interesse der Grund. „In diesem Jahr können viele Aktive aus persönlichen Gründen leider nicht teilnehmen“, sagt Protokollführer Karsten Awater. „Der Ausfall ist so groß, dass wir kein tragfähiges Programm auf die Beine stellen können, das unserem Verein gerecht wird.“ Dies sei jedoch eine einmalige Sache. „Bei uns stirbt der Dorfkarneval in keinem Fall aus.“

Ganz anders hingegen die Situation bei der KAG Ossenberg. Dort finden alle geplanten Veranstaltungen statt. Die Damensitzung ist bereits ausverkauft. Sie sei „schon immer ein Selbstläufer gewesen“, sagt KAG-Geschäftsführer Ulrich Glanz. Glanz hat jedoch das Gefühl, dass Büttensitzungen auch unter den Karnevalisten nicht mehr ganz so angesagt seien. Daher hat die KAG Ossenberg auch schon im letzten Jahr den „Bunten Nachmittag“ ins Leben gerufen. „Beim bunten Nachmittag für Jung und Alt am Samstag ab 15 Uhr gibt es bei Kaffee und Kuchen ein buntes karnevalistisches Programm“, sagt Glanz. „Es ist auch eine Büttensitzung, die jedoch auf ein breiteres Publikum abgestellt ist.“ Denn auch in der traditionsreichen fünften Jahreszeit, müssten die Vereine etwas tun, um sich anzupassen. So bleiben auch bei der KAG Ossenberg im Gegensatz zu anderen örtlichen Vereinen, die Nachwuchssorgen aus. Auch der von vielen Vereinen befürchtete „Gema-Schock“ ist ausgeblieben. So seien die Gebühren entgegen der Panikmacherei nur leicht gestiegen.

Dass die Zeiten der Büttensitzungen vorüber seien, kann Clemens Geßmann von den „Rhinberkse Jonges“ nicht bestätigen. „Unsere zweite Büttensitzung am 6. Februar in der Stadthalle ist bereits ausverkauft, da sind nur noch ein paar Balkone frei“, so Geßmann. Für die anderen beiden Sitzungen am 30. Januar und am 8. Februar, ebenfalls in der Rheinberger Stadthalle, seien jedoch noch Karten zu haben.

Auch könne man sich dank der Satzung der Gründungsmitglieder des Vereines nicht über Nachwuchssorgen beklagen. „Bei uns ist festgeschrieben, dass man mit 55 Jahren als Uniformierter ausscheidet“, sagt Clemens Geßmann. „Das ist bewusst so geregelt, damit der Nachwuchs auch nachrücken kann.“

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