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In Xanten gibt es ohne Urkunde keinen Reisepass

23.01.2015 | 06:00 Uhr
In Xanten gibt es ohne Urkunde keinen Reisepass
Für das Ausstellen eines Reisepasses gibt es unterschiedliche Anforderungen.Foto: Gisela Weißkopf

Am Niederrhein.   Bei jeder Ausstellung eines Ausweisdokuments eine Personenstandsurkunde verlangt. Andere Kommunen sind da nicht so streng,

Heinz und Marlene Thelen waren richtig sauer, als sie am Dienstag im Rathaus Xanten neue Reisepässe beantragen wollten. „Wir hatten unsere noch gültigen Reisepässe dabei, auch unsere Führerscheine, im Computer war eingetragen, dass wir uns schon einmal mit der Heiratsurkunde ausgewiesen hatten, als wir ein anderes Dokument beantragt hatten“, erzählte Marlene Thelen der NRZ. „Aber wir wurden schon vorne am Eingang abgewimmelt: Ohne Geburtsurkunde ginge das nicht, die müssten wir mitbringen, es könnten sich ja gegenüber dem bisherigen Reisepass Änderungen ergeben haben.“

Was die Thelens als merkwürdig und unnötig empfanden, steht allerdings in Übereinstimmung mit den für die Ausstellung von Reisepässen geltenden Regeln. „Wir halten uns da an das, was das Melderechtsrahmengesetz vorgibt“, erklärt Tobias Fuß, Leiter der Ordnungsbehörde im Xantener Rathaus, im Gespräch mit der NRZ.

Die Gründe dafür nennt Fuß: „Wir haben leider die Erfahrung machen müssen, dass unheimlich viele falsche Dokumente im Umlauf sind. Da gibt es falsche Schreibweisen von Namen, ganz falsche Namen, falsche Geburtsdaten, es gibt nicht richtige Angaben über den Familienstand, die Religionszugehörigkeit. Und wir hatten auch schon Menschen hier, die einen deutschen Personalausweis ausgestellt bekommen hatten, obwohl sie gar keine Deutschen waren.“

Das solche Anforderungen gestellt würden, sei keinesfalls Schikane, versicherte Fuß. „Wir sind verpflichtet, das zu überprüfen. Das ist nötig, wenn man das Melderegister ordentlich führen will.“

Auch in Rheinberg gilt: „Wir brauchen eine Personenstandsurkunde für das Ausstellen eines Reisepasses. Diese Regelung gibt es bei uns schon seit den 80er Jahren“, so Barbara Jaspers-Warnke, Sachgebietsleiterin des Bürgerbüros. „Daraus gehen die sogenannten diakritischen Zeichen richtig geschrieben hervor, also Buchstaben mit Akzent zum Beispiel oder ein durchgestrichenes L, wie es in Polen üblich ist.“

In den Gemeinden Alpen und Sonsbeck werden nicht ganz so strenge Maßstäbe angelegt. „Wenn bei uns schon einmal eine Geburts- oder Heiratsurkunde vorgelegen hat, muss sie nicht noch einmal vorgelegt werden“, schilderte Karin Lehnen vom Bürgerbüro Alpen die Voraussetzungen. Auch im Sonsbecker Rathaus ist das der Fall, so Markus Janßen, Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales. „Eine Ausnahme gibt es nur bei einer Scheidung – dann reicht die Heiratsurkunde natürlich nicht mehr aus!“

Die gleichen Gebühren

In allen Kommunen gelten aber die selben Gebühren: 59 Euro kostet der Reisepass, wenn man 24 Jahre und älter ist. Darunter kostet es 37,50 Euro – dafür gilt der Pass aber auch nur sechs statt der üblichen zehn Jahre. Der Expressreisepass braucht zwar nur vier Werktage, bis er ausgestellt ist, kostet dafür aber auch 91 Euro. Und wer als Vielreiser einen Pass mit mehr Seiten haben will, muss dafür 22 Euro mehr bezahlen.

Wolfgang Krause

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2015-01-23 06:00
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