In Rheinberg und Xanten wird’s eng

Auch in den hiesigen Kommunen hat die Zahl der Asylbewerber zugenommen.
Auch in den hiesigen Kommunen hat die Zahl der Asylbewerber zugenommen.
Foto: Essen
Was wir bereits wissen
In Alpen und Sonsbeck ist dagegen noch Platz für Flüchtlinge, die weiterhin an den Niederrhein strömen. Eine Zusammenfassung zur Situation in den Kommunen

Rheinberg/Alpen/Sonsbeck/Xanten..  Nicht nur in den Städten des Ruhrgebiets kommen ganze Busse mit Flüchtlingen an – auch am Niederrhein und in den vier Kommunen Rheinberg, Sonsbeck, Xanten und Alpen werden seit einigen Monaten immer mehr Asylbewerber untergebracht.

170 Flüchtlinge leben derzeit in Rheinberg, überwiegend aus den Balkanstaaten, Afrika und Asien. „Das sind 25 mehr als noch Ende 2014. Im Januar sind hier 22 Menschen angekommen“, zählt Tom Berg vom Sozialamt der Stadt auf. Der Platz an den Gemeinschaftsunterkünften an der Orsoyer Straße und am Melkweg werde knapp, sagt Berg. „So allmählich kommen wir da an unsere Grenzen.“ Deshalb seien auch schon Flüchtlinge in Mietwohnungen, vor allem in der Reichelsiedlung, untergebracht. Zusätzlich soll ein Neubau am Melkweg insgesamt 84 weitere Plätze schaffen. „Der erste Bauabschnitt startet bald“, sagt Tom Berg – 42 neue Plätze werden damit zunächst geschaffen. 42 weitere solle mit dem zweiten Bauabschnitt, möglichst noch Ende des Jahres hinzukommen. „Die Bundesregierung rechnet damit, dass 2015 230 000 Asylbewerber nach Deutschland kommen. Heruntergebrochen bedeutet das, dass in diesem Jahr noch bis zu 140 Menschen nach Rheinberg kommen.“

Auch in Xanten wird für die ankommenden Flüchtlinge neu gebaut. „Momentan bauen wir die Gebäude auf der Sonsbecker Straße zu Unterkünften um“, sagt Niklas Franke, Technischer Dezernent und Vertreter des Bürgermeisters. 45 Plätze sollen so im ehemaligen Partytreff in Xantens Gewerbegebiet entstehen. Die dort bestehende Unterkunft sei bereits ausgelastet, „wir bekommen laufend Zuweisungen, der Bedarf ist akut“, betont Franke. Und: „Es deutet alles darauf hin, dass wir künftig mit steigenden Zahlen zu rechnen haben.“

In Sonsbeck hätten sich die Zahlen der Flüchtlinge im Laufe des vergangenen Jahres von etwa 20 auf mehr als 40 verdoppelt. „Momentan leben 60 Asylbegehrende in Sonsbeck“, rechnet Bürgermeister Heiko Schmidt vor. „Wir haben mit Hochrechnungen gearbeitet und gehen davon aus, dass bis Ende des Jahres mindestens 80 Flüchtlinge in Sonsbeck leben.“ Das seien allerdings nur Prognosen, betont Schmidt. Die Schwierigkeit: Nach einer Zuweisung blieben den Kommunen nur wenige Tage und Spielraum zur Planung. Daher habe man in Sonsbeck großzügig geplant. „Bisher haben wir keine Bedenken und sogar noch Unterkünfte frei.“ Die finden sich in Sonsbeck im Gemeindegebiet verstreut. Die Integration der Flüchtlinge stehe im Mittelpunkt. „Wir wollen keine Zentrenbildung“, betont Schmidt. Auch in Alpen gebe es derzeit genug Platz, sagt Bürgermeister Thomas Ahls. „Seit Dezember hatten wir mit um die 60 Flüchtlinge stabile Zahlen.“ Erst seit Anfang dieser Woche kämen wieder neue Asylbewerber. Die meisten werden in den Unterkünften an Ulrich- und Fürst-Bentheim-Straße untergebracht, seit Herbst 2014 gibt es noch ein Haus in Bönninghardt. „Wir planen auch mit einem Neubau am Schulzentrum.“ 50 neue Plätze mit der Option auf Erweiterung sollen dort entstehen. „Wenn man auf die Krisenherde dieser Welt schaut, wird der Flüchtlingsstrom nicht kleiner – in Alpen heißen wir alle willkommen.“