In Rheinberg stehen schon mal Lampen mitten auf dem Radweg

Probleme mit dem Radweg entlang der Alpener Straße in Millingen.
Probleme mit dem Radweg entlang der Alpener Straße in Millingen.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Die Situation für Radfahrer an der Alpener Straße zwischen Messe und Millingen soll sicherer gestaltet werden.

Rheinberg..  Roland Pozun gab richtig Gas. Der Sprecher im Ortsverband Rheinberg des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) echauffierte sich, als es in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses um das Thema Radwegeplanung in Millingen ging. „Ich muss mich schämen, wenn es darum geht, dass Rheinberg fahrradfreundlich werden soll. Der jetzige Zustand ist katastrophal!“

Was ihn so in Rage brachte, war der Zustand entlang der Kreisstraße 31, der Alpener Straße zwischen dem Kreisverkehr an der Messe Niederrhein und dem Ortseingang Millingen. „Da ist nicht gemäht, da ist es zu schmal, da ist es zugewachsen, auch an den Rändern.“ Seiner Ansicht nach müsste die Stadt dafür sorgen, dass so etwas nicht passieren kann.

Wie es der Zufall so will: Am Tag nach der Sitzung gab es Mäharbeiten entlang des Radwegs. Aber nicht die Stadt war im Einsatz an der K 31, sondern diese Straße steht – wie es der Name schon ausdrückt – in anderer Verantwortung. Und dementsprechend war auch ein Kreisfahrzeug an dieser Stelle bei der Arbeit zu beobachten.

Das dürfte die Kritik an der Breite nicht schmälern. Pozun plädierte für einen weiteren Radweg auf der anderen Straßenseite, räumte jedoch ein: „Das ist sehr schwierig.“

Dennoch hat die Stadt in ihrer Stellungnahme an den Kreis genau den von Pozun gewünschten Bau eines Radwegs auf der anderen Seite benannt. Allerdings gibt es dabei Probleme: Der Bereich für diesen Radweg liegt zum Teil auf privatem Grund, müsste also gekauft werden.

Eine Alternative wäre die Verbreiterung des bestehenden kombinierten Rad- und Fußwegs. Sie ist allerdings nicht durchgängig möglich, weil in regelmäßigen Abständen Strommasten am Rand stehen, deren Verlegung hohe Kosten verursachen würde.

Das den Radweg von der Straße trennende sogenannte Straßenbegleitgrün sollte auf keinen Fall reduziert werden, weil es den Fußgängern und Radlern mehr Sicherheit bringt. Außerdem dient es als Versickerungsfläche, weswegen der Kreis gegen ein Nutzen dieser Stelle ist. Der Ausschuss sprach sich einstimmig dafür aus, dass der Kreis sowohl die Verbreiterung des Rad-/Fußwegs als auch den Bau eines neuen Radwegs auf der anderen Seite dem Kreis vorschlagen soll.

Pozun legte den Finger auch noch in eine andere, schon langem bekannte Wunde. Am Kuhdyk stehen nämlich Laternenmasten mitten auf dem Radweg. Auch Verkehrszeichen seien dort platziert.

Beim 1. Beigeordneten Dieter Paus rannte er übrigens mit beiden Straßen offene Türen ein. „Ich kann diese Worte gut verstehen.“ Dennoch: Beide Straßen seien Kreissache. Beim Kuhdyk sei bereits mehrfach beraten worden. „Eine Verlegung der Laternen können wir aus finanziellen Gründen nicht stemmen.“