Im Kreis Wesel gibt es viele Inseln für den Notfall

Die Buchhandlung
Die Buchhandlung
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Im Kreis Wesel machen viele Geschäfte und öffentliche Einrichtungen beim Projekt Notinsel mit. Dort gibt es schnelle Hilfe für Kinder in Notsituationen

Kreis Wesel..  Es ist gut, wenn sie nicht gebraucht werden aber im Notfall finden die Kinder bei so genannten Notinseln Schutz. Notinseln sind Geschäfte und öffentliche Einrichtungen, die mit einem großen und deutlich sichtbaren Notinsel-Aufkleber gekennzeinet sind und Anlaufstellen für Kinder, die in Not geraten, sind. In Rheinberg fiel 2012 der Startschuss für das Projekt – mittlerweile beteiligen sich 50 Betriebe und Einrichtungen an der Aktion. Unter anderem die Buchhandlung Schiffer-Neumann. „Als wir von dem Projekt erfahren haben, waren wir sofort mit dabei“, sagt Karoline Butler von der Buchhandlung am Holzmarkt. „Schon vorher hatten wir immer ein Auge auf die Bushaltestelle bei uns vor der Tür und haben unsere Hilfe angeboten, wenn es nötig war.“ Jetzt sei es natürlich noch besser, dass die Kinder durch den Aufkleber sofort sehen können, dass sie in der Buchhandlung Hilfe bekommen.

Auch die Gemeinschaftsgrundschule Budberg-Orsoy ist seit 2012 als Notinsel gekennzeichnet. „Als wir das bei uns eingeführt haben, haben wir natürlich mit den Kindern darüber gesprochen, was eine Notinsel ist“, sagt Schulleiterin Anneke Vennefrohne-Steglich. „Auch bei gegebenen Anlässen sprechen wir nochmal mit den Kindern darüber und dass sie dort Hilfe finden.“ Dies könne zum Beispiel sein, wenn ein Kind den Bus verpasst und nicht mehr weiß, wie es nach Hause kommt. „Für ein Kind ist sowas schon eine Notsituation“, so die Schulleiterin. „Schlimmeres ist Gott sei Dank auch noch nicht passiert.“ Die Notinseln sind eine bundesweite Aktion, die von der Hänsel- und Gretel-Stiftung initiiert worden ist.

Auch in Alpen gibt es mittlerweile 41 Notinseln. Dort wird das Projekt unabhängig von der Hänsel- und Gretelstiftung vom Verein „Weitblick“ organisiert. Mit den Aufklebern des Vereins sind alle Kinder und Jugendlichen auf der Straße angesprochen und sollen ihnen ein sicheres Gefühl vermitteln. „Es geht nicht um eine Dramatisierung, sondern soll zeigen, dass bei uns in der Gemeinde aufeinander geachtet wird“, sagt Guido Henseler von „Weitblick“. „Auch die örtliche Polizei begrüßt das Projekt als eine präventive Maßnahme.“ In der Nachbargemeinde Issum habe sich das Projekt bereits zwei Mal bewährt. Unter anderem als ein fremder Mann vor einer Schule ein Mädchen ansprach und diese in einer Notinsel Schutz fand.

In Xanten steht die Aktion noch in den Startlöchern. „Es ist ein Projekt, das wir gerne in kürze realisieren möchten“, sagt Bürgermeister Thomas Görtz. „Es steht auf der Tagesordnung und in zwei Wochen möchte ich das mit der Interessengemeinschaft Gewerbetreibender Xanten (IGX) besprechen und möglichst viele Gewerbetreibende mit ins Boot holen.“ Gerade in einer Stadt wie Xanten, die häufig von auswertigen Schulklassen besucht wird, findet es Thomas Görtz wichtig, dass zum Beispiel Kinder die abhanden gekommen sind oder sich verlaufen haben, eine Anlaufstelle haben. Nur in Sonsbeck, seien Notinseln auf Anfrage der NRZ kein Thema.