Ich bin anders – und das ist gut so...

Die Moerser Band „Ten Sing“ trat in Rheinberg auf.
Die Moerser Band „Ten Sing“ trat in Rheinberg auf.
Foto: Bussmann
Was wir bereits wissen
Gelungenes Fest der Evangelischen Kirchengemeinde Rheinberg hatte ein aktuelles Motto

Rheinberg..  Zwei Tage standen die große Bühne, die Kirche selbst und das Gemeindehaus ganz im Zeichen des Fests der Evangelischen Kirchengemeinde. Und die Organisatoren hatten ein sehr aktuelles Motto ausgewählt: „Ich bin anders – und das ist gut so!“ Es sollte viele Facetten des menschlichen Daseins beleuchten, von körperlich-geistigen Handicaps über Flüchtlinge in der Welt bis hin zur Homosexualität.

Es war eine schon vor Jahren geborene Idee des CVJM, der sich schon seit längerem behinderten Menschen eines Rheinberger Wohnheimes annimmt. „Menschen mit Handicap“, ein Wort von Pfarrer Udo Otten, standen am Samstag besonders im Blickpunkt, zeigten sich sehr musikalisch. So standen Musik, Gespräch und Information im Mittelpunkt. Es gab gleich zwei integrative Bands, dazu auch noch „Ten Sing“ („Teenager singen“ aus Moers), die das Publikum begeisterten.

Soft bis fetzig startete die Mülheimer „Kokobend“ mit eigenwillig vertonten bekannten Songs und selbstverfassten Liedern. Kokobend ist ein Bandprojekt der Mülheimer Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle für Menschen mit geistiger Behinderung. Auch die zweite Band „Spirit Steps“ ist eine integrative Band aus dem Mülheimer Fliedner Dorf. Mit ihren Rock- und Pop-Eigenkompositionen belegte die den dritten Platz des bundesweiten Wettbewerbs „Guildo sucht die Superband“. Der samstägliche CVJM-Tag der Begegnung wurde unterstützt von der bundesweiten Aktion Mensch.

Der Sonntag startete mit einem Familiengottesdienst. Auch der widmete sich ganz dem Motto des Andersseins. Pfarrer Otten hatte auch die neue muslimische Gemeinde eingeladen. „Wir freuen uns da besonders auf Begegnung.“ Wichtig sei es, aufeinander zuzugehen. „Nur in der Begegnung verändern sich Menschen“, so Otten. Anschließend gab es ein fröhliches Miteinander rund um die Kirche. Natürlich war der Eine-Welt-Laden geöffnet, es wurde gegrillt, die Cafeteria war wie immer rappelvoll. Und zwischen allem wuselten die Kleinen mit bunt geschminkten Gesichtern. Für den musikalischen Höhepunkt sorgte der eigene Gospelchor „females sing 4 you“ unter der Leitung von Michael Wulf-Schnieders. Der Akkordeonspielkreis Rheinberg präsentierte einen Reigen fröhlicher Musik. Kastanienkonzert nannte es die Gemeinde, im Rückblick an den Baum, dessen Holz des Abendmaltisches an viele musikalische Höhepunkte unter seinen Blättern erinnert.