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Holz vor die Hütte

29.09.2008 | 17:32 Uhr
Holz vor die Hütte

Immer mehr Menschen sägen wegen steigender Energiepreise Bäume für den Kamin selbst. Dafür ist ein Lehrgang nötig.

Nee, von der Pappel rät Christoph Siepmann ab. „Die hat null Brennwert. Da wird einem warm von, aber nur weil man so oft nachlegen muss”, sagt der Rheinberger Forstwirtschaftsmeister. Die Birke, ja, die gebe eine ganz gute Flamme, heize aber nicht so richtig. Da sollten die Kaminliebhaber doch lieber zum Klassiker greifen, der Buche. All das lernen diejenigen, die ihr Holz für den Kamin selbst sägen wollen.Denn die müssen einen Säge-Lehrgang machen. So ein Grundkurs mit Theorie und Praxis an einem kompletten Wochenende kostet beispielsweise 110 Euro. Dazu muss jeder allerdings seine eigene Schutzkleidung bestehend aus Helm mit Gehör- und Gesichtsschutz, Schnittschutzhose, Sicherheitsstiefeln und Handschuhen mitbringen. Die kostet laut Christoph Speimann im Fachhandel nochmals um die 200 Euro. Und wozu das alles? „Es ist günstiger”, erklärt Christoph Siepmann. Zwischen 20 und 30 Euro koste der Raummeter, was ungefähr einem Kubikmeter entspricht. Voraussetzung: Man legt selbst Hand an. Das liegende Holz, sprich ein umgekippter oder gefällter Baum, wird nach Absprache mit dem Förster von Privatpersonen, die ein solches Motorsägen-Zertifikat haben, zerkleinert. Zum Vergleich: In Duisburg – dort ist Christoph Siepmann bei der Forstverwaltung der Stadt angestellt – kostet der vom Förster zerkleinerte Raummeter rund 55 Euro. Will man es dann noch in passender Kamingröße, zahlt der Verbraucher nochmal 20 Euro mehr. Steigende Energiekosten sind der Hauptgrund für Otto-Normal-Verbraucher, einen Motorsägen-Kurs zu besuchen, wie ihn Christoph Siepmann im Duisburger Wald oder auch die regionalen Forstämter anbieten. „Die Nachfrage nimmt immer mehr zu”, sagt Siepmann. Nur im Sommer gab es ein kleines Loch. „Da dachte noch niemand ans Heizen.” Hauptaugenmerk liegt bei dem Kurs auf der Sicherheit der Teilnehmer. Denn: „Das Arbeiten mit der Motorsäge ist einfach sehr gefährlich”, sagt Siepmann.

Die Kurse:

Auch das Regionalforstamt Niederrhein mit Sitz in Wesel bietet Motorsägenkurse zur „Freizeitselbstwerbung von Brennholz” an.Gesägt werden kann überall – aber immer in Rücksprache mit dem jeweiligen Förster. Infos dazu gibt es auch beim Regionalforstamt.

Denise Ludwig

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