Hinweise auf Germanen-Siedlung in Alpen

Archäologische Ausgrabung im Baugebiet Alpen-Ost.
Archäologische Ausgrabung im Baugebiet Alpen-Ost.
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Archäologen beginnen Anfang kommender Woche mit Ausgrabungen an der Graf-Gumprecht-Straße. Sie vermuten dort keine Goldfunde – aber auf eine sehr seltene Siedlung der Germanen zu stoßen.

Alpen..  Es gibt Sätze, die hinterlassen spürbar Wirkung. „Hier ist die Keimzelle von Alpen“, erklärte Dirk Herdemerten, der für das südliche Rheinland zuständige Leiter der archäologischen Grabungsfirma Archbau, bei seiner Präsentation im Alpener Rat und wies dabei auf die vermuteten Funde im Baugebiet Alpen-Ost hin. „Das sind ihre Vorfahren.“

Am kommenden Montag beginnen die Ausgrabungen an der Graf-Gumprecht-Straße – und für die Archäologen sind die vermuteten Funde eben nichts Alltägliches. „Das ist schon etwas sehr Besonderes für uns“, betont Dirk Herdemerten. Denn es handelt sich hier nicht wie beispielsweise bei den Ausgrabungen in Neuss-Holzheim um eine eisenzeitliche Siedlung, sondern um eine Siedlung der Germanen, die unter römischem Einfluss standen – und eben das ist bundesweit sehr selten. „Wir werden da keine großen Goldfunde machen“, gibt der Experte aus Köln zwar offen zu.

Aber die Funde könnten Aufschlüsse darüber geben, wie die Germanen, in diesem Falle die Cugener, römische Lebensweise und Traditionen adaptiert haben – und ob eine Entwicklung zu erkennen ist. „Das wird das Spannende sein, nicht die Funde.“ Da erwarte er nicht mehr als „zerhackte Keramik“, sagt Ausgrabungsleiter Dirk Herdemerten. Und vielleicht noch Pfosten, die die Häuser der Siedlungen begrenzten.

Ausgrabungen kommen Bauarbeiten in die Quere

Immerhin entdeckten die Archäologen bei ihren Voruntersuchungen schon ein römisches Brandgrab. Unter der Leitung von Peter Motsch starten ab kommenden Montag die Ausgrabungen – für etwa sechs Wochen. Danach kann die Gemeinde auch auf diesem Teil mit der Bebauung starten.

Mit dieser Verzögerung konnten sich indes nicht alle Ratsmitglieder anfreunden. „Wir wünschen Ihnen überall in Deutschland viel Glück für Ihre Ausgrabungen – aber nicht unbedingt hier“, schmunzelte Günter Helbig, Fraktionschef der CDU. Und auch CDU-Ratsmitglied Hans Bongen konnte mit dem Gedanken der Keimzelle so rein gar nichts anfangen. „Das ist ja alles schön und gut. Aber wir wollen da eine Umgehungsstraße bauen, wo Sie gerade rumfuhrwerken. Und das sechs bis acht Wochen lang.“

Eine Aussage, die auch Dirk Herdemerten zum Schmunzeln brachte. „Wir graben alles aus und machen das Gebiet baufertig. Das Bodendenkmal existiert dann nur noch in der Papierform.“ Nach Abschluss der Arbeiten werden die Daten an den Landschaftsverband Rheinland weitergegeben.

Allerdings gibt es in Alpen weiterhin auch neuzeitliche Probleme. So haben sich Bürger über den Müll rund um den Glascontainer an der Dickstraße in Veen beschwert. Die Verwaltung reagiert, gibt den Standort auf und siedelt den Container an die Reithalle um.