Hilfe für das Kinderhaus Rheinberg

Die evangelische Kirchengemeinde, Träger des Kinderhauses, bittet die Stadt um finanzielle Unterstützung.
Die evangelische Kirchengemeinde, Träger des Kinderhauses, bittet die Stadt um finanzielle Unterstützung.
Foto: Peggy Mendel
Was wir bereits wissen
Eine fast 60 Jahre alte Institution ist in Gefahr – die evangelische Kirchengemeinde sieht sich nicht mehr in der Lage, das Kinderhaus zu tragen.

Rheinberg..  Eine fast 60 Jahre alte Institution ist in Gefahr: Seit 1956 ist die evangelische Kirchengemeinde Rheinberg Träger einer Kindertagesstätte. Doch diese Trägerschaft für das sogenannte Kinderhaus weiter aufrecht zu erhalten, bereitet der Gemeinde große Schwierigkeiten. Deswegen stellte sie den Antrag, bis zum Ende des Kindergartenjahres 2015/16 die tatsächlichen Kosten von der Stadt vollständig erstattet zu bekommen. Sie liegen allein im laufenden Jahr bei circa 93 000 Euro.

Doch das ist noch nicht alles. Zusätzlich soll gemeinsam mit der Stadt noch ein Konzept erarbeitet werden, wie in Zukunft das Familienzentrum Kinderhaus langfristig und verträglich zu tragen ist. Auch der evangelische Kirchenkreis Moers wurde um Hilfe gebeten. Parallel dazu hat die Kirchengemeinde Kontakt mit möglichen Trägern aufgenommen. Zwei davon zeigen, so Pfarrer Udo Otten, ein engeres Interesse.

Hinzu kommt noch eine weitere Schwierigkeit: Für den Fall eines Trägerwechsels sehen die Vorschriften einen Übergang zum 15. März eines jeden Jahres vor. Doch die Stadtverwaltung sieht keine Möglichkeit, das in gerade mal einem Monat zu bewerkstelligen. Deswegen schlug sie dem Jugendhilfeausschuss vor, gemeinsam mit der Gemeinde ein Konzept zur langfristigen Weiterführung des Kinderhauses auch über den 31. Juli 2016 hinaus zu erarbeiten, unter Umständen auch durch einen Wechsel des Trägers.

Um der Kirchengemeinde entgegenzukommen, sollen die relevanten Unterlagen geprüft werden und nach einer möglichen Abdeckung des Defizits bis zum Ende des Kindergartenjahrs 2015/16 zu suchen. Das Ergebnis soll bei den Haushaltsplanberatungen vorgestellt werden.

Den Mitgliedern des am Dienstag tagenden Jugendhilfeausschusses lag die Zukunft von Kinderhaus und Familienzentrum sehr am Herzen. Das kam in allen Wortbeiträgen deutlich zum Ausdruck. Markus Geßmann (CDU) forderte, die „Vielfalt des Angebots zu erhalten. Die Eltern müssen wissen, dass wir das Kinderhaus auf jeden Fall erhalten wollen“.

Schon jetzt freiwillige Zuschüsse

Bürgermeister Hans-Theo Mennicken verwies darauf, dass die Stadt schon jetzt freiwillige Zuschüsse an beide Kirchen zahle. Jetzt komme es darauf an, bis 2016 Lösungen zu finden. Er setzt auf Gespräche mit dem Kirchenkreis Moers. „Wir müssen jetzt in konkrete Verhandlungen eintreten.“

Gisela Bangen brach „eine Lanze für das Kinderhaus. Das Personal ist dort schon sehr lange beschäftigt, leistet eine kontinuierliche Arbeit – das führt aber dazu, dass es auch sehr teuer ist durch die Lohnsteigerungen“. Und die würden nicht durch das Kibiz, durch Förderungen nach dem Kinderbildungsgesetz, aufgefangen.

Brigitte Devers (CDU) sprach sich dafür aus, auf den Hilferuf des Kinderhauses zu reagieren und regte an, das Leistungsvermögen des kirchlichen Trägers zu untersuchen, es transparent und vergleichbar zu machen. Peter Mokros (Grüne) schlug zusätzlich vor, an die kommunalen Spitzenverbände heranzugehen. „Das ist kein spezifisches Problem für Rheinberg!“
Der Ausschuss stimmte geschlossen der Unterstützung zu.