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Hier können alle dabei sein

25.05.2011 | 17:03 Uhr
Hier können alle dabei sein
Foto: Ulla Michels/ WAZ FotoPool

Rheinberg. Wer Rheinberg erkunden will, muss gut zu Fuß sein. Die Stadtführungen sind informativ und spannend, aber auch anstrengend.

Eine Situation, die die Gästeführer Edeltraud Hackstein und Werner Kehrmann immer wieder erleben. Zwei- bis zweieinhalb Stunden dauert ein Rundgang. Da kommt’s nicht selten vor, dass der eine oder andere sagt, ich kann nicht mehr, und das Ende der Tour gar nicht mehr mitbekommt. Oder, anderes Beispiel: Wenn Gruppen die „Attraktiven Angebote“ der Stadt buchen und dann hören, der eine oder andere Rundgang dauere eine Weile, haben sie plötzlich kein Interesse mehr – weil ein Mitglied aus ihrer Runde gerade eine Operation, Probleme mit den Gelenken oder einen Autounfall hatte und das so nicht mitmachen kann.

Niemanden
ausgrenzen

Künftig muss keiner mehr absagen: Michael Dahmen vom Sanitätshaus Dahmen auf der Bahnhofstraße hat fürs Stadtmarketing einen Rollstuhl gestiftet, der künftig bei Stadtführungen eingesetzt werden soll. Der Kontakt entstand durch Zufall, weil Stadtmarketing-Sprecherin Edeltraud Hackstein in Dahmens Geschäft etwas gekauft hatte und mit ihm ins Gespräch gekommen war. Für den aus Xanten stammenden Michael Dahmen, der erst vor wenigen Monaten das Geschäft eröffnet hat, war es keine Frage, sich hier zu engagieren und etwas für Rheinberg zu tun, wie er es ausdrückt. Ein Satz, der Edeltraud Hackstein und Werner Kehrmann, der ebenfalls im Stadtmarketing aktiv ist, natürlich gefreut hat. Denn dass Rheinberger etwas für Rheinberg tun, ist ein Grundgedanke des Stadtmarketings.

Nicht nur die Stadtführer können künftig den Rollstuhl einsetzen, sondern auch der Heimatverein, wenn er ihn bei Besichtigungen und Ausflügen braucht. Mit dem neuen Angebot sei Rheinberg einmalig, sagen die beiden Stadtmarketing-Aktiven. Die Pläne gehen ohnehin noch weiter. Schon im nächsten Jahr könnten Führungen generell für Rollstuhlfahrer angeboten werden. Eine wichtige Sache, denn: „Wer Behinderte ausgrenzt, grenzt sich selber aus“, sagt Werner Kehrmann.

NRZ

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