Hier ist der Regen ein Segen

Nico Tast zeigt seine Tricks.
Nico Tast zeigt seine Tricks.
Foto: Hübinger
Was wir bereits wissen
Zum Start der Saison im Freizeitzentrum Xanten wagten sich nur die Wakeboard- und Wasserskifahrer nach draußen. Die freuten sich darüber, dass sie nicht anstehen mussten...

Xanten..  Ein grauer, feuchter Schleier lag gestern über Xanten. Die Aussicht auf endlosen Nieselregen verdarb vielen Menschen schon am Morgen die Laune. Das letzte, was einem an solch einem Tag einfällt, ist es, sich die Badehose zu schnappen und eine Runde schwimmen zu gehen. Bei maximal zehn Grad macht auch eine kleine Bootstour nun wirklich keinen Spaß.

Der Saisonstart der Wassersport-und Freizeitanlage an der Xantener Nord- und Südsee fiel ausgerechnet auf diesen trüben Sonntag. Doch erstaunlicherweise gab es sogar Wassersportfans, denen der Regen nichts ausmachte. Zwar herrschte an den Bootshäfen „tote Hose“, doch an der Wasserskianlage ließen es sich einige Jahreskartenbesitzer nicht nehmen, die Saison einzuläu-ten. „Der harte Kern ist bei jedem Wetter auf dem Wasser“, schmunzelte Mitarbeiter Robin Kisters.

Regen spielt für die Wakeboarder und Wasserskifahrer eigentlich kei-ne Rolle. Nass wurden sie spätestens am Ende ihrer Fahrt sowieso und auch die niedrige Temperatur war dank der Neoprenanzüge kein Problem. Ein gutes Dutzend Hartgesottener pflügte zum Saisonstart über das Wasser und zeigte dabei teilweise beeindruckende Tricks. Zu den Sportlern zählte auch Nico Tast, der seit knapp drei Jahren regelmäßig auf dem Wakeboard steht. Inzwischen macht der 16-Jährige auch nicht mehr vor den Rampen halt, die über die Strecke verteilt sind. Lässige Salti und Sprünge zählen zu Nikos Repertoire.

Der Mann, der gestern das Signal zum Start gab, war Hans Theunissen. Er ist verantwortlich für die gesamte Wasserskianlage, inklusive der Wartung und Instandhaltung. „Wenn man die Rampen benutzen möchte, braucht man sein eigenes Material, weil dabei erhöhter Verschleiß auftritt“, erklärte Hans Theunissen, der hier nur „Hansi“ genannt wird. Eine Runde dauert rund zweieinhalb Minuten. Für Anfänger ist es ein kniffliger Moment, wenn das Seil über eine Rolle umgelegt wird und kurzzeitig der Zug verschwindet, um kurz darauf ruckartig wieder zu kommen. Wen es dann von den Skiern haut, der muss mitsamt seiner Ausrüstung zurück zum Startpunkt laufen. Dass gestern das Wetter so mies war, hatte aber auch seine Vorteile. „Wenn weniger los ist, dann kann man durchgehend fahren und muss nicht anstehen“, freute sich der 13-Jährige Jens Dworadzek. Sein Freund Jona Reiffs sauste mit einem „Kneeboard“ über die Wasseroberfläche. Das ist ähnlich groß wie ein Wakeboard, aber die Beine sind in einer knieenden Position auf dem Brett festgeschnallt. „Die Tricks sind anspruchsvoller“, begründete Jona Reiffs seine Wahl.

In der Hauptsaison wird die Anlage von allen Altersklassen benutzt. „Kleine Kinder müssen mindestens 15 Minuten im Wasser schwimmen können und kräftig genug sein, um die Hantel zu halten“, erklärte FZX-Betriebsorganisatorin Lisa-Marie Theunissen. Mit der nächsten Schönwetterperiode sollte dann auch der Andrang bei den anderen Attraktionen steigen.