Hauptsache kinderfreundlich

Gruppenbild mit Geehrten im Kreishaus.
Gruppenbild mit Geehrten im Kreishaus.
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Was wir bereits wissen
Der Landrat zeichnete fünf Einrichtungen, Initiativen und Beiträge im Kreis Wesel aus, die sich um Inklusion und Integration verdient gemacht haben

Sonsbeck/Xanten..  Verantwortung und Verantwortlichkeit - diese beiden Begriffe stellte Landrat Dr. Ansgar Müller in den Mittelpunkt, als er gestern im Weseler Kreishaus Ehrenpreise an Einrichtungen und Initiativen vergab, die sich um den „kinderfreundlichen Kreis Wesel“ verdient machen. Die Preise gehen auf Beschluss des Kreisausschusses nach Hünxe, Neukirchen-Vluyn, Sonsbeck, Voerde, Wesel und Xanten. Beispielhaftigkeit, Originalität und Reichweite waren bei 30 Bewerbungen Auswahlkriterien.

Die ehrenamtlichen Besuchsdienste, die in Hünxe, Neukirchen-Vluyn und Xanten Eltern Neugeborener Hilfen anbieten, erhalten jeweils 500 Euro. Ebenso das evangelische Jugendhaus „Katakomben“ am Lauerhaas in Wesel. Dessen sämtliche Aktivitäten und Aktionen, von Gruppenstunden bis hin zu Freizeiten, beziehen konsequent die Lebensumstände behinderter Kinder und Jugendlicher mit ein. Die Begegnung junger Menschen mit und ohne Behinderung ist Zielsetzung auch der Weseler Schule am Ring. Rund 100 von ihnen sind am jährlichen großen Benefiz-Fußballturnier der Schule beteiligt.

Großes Erlebnis

Die Integration behinderter Menschen - Kinder, Jugendliche und Erwachsene - fördert das „Unternehmen Zündkerze“ auf ganz spezielle Weise: Beim jährlichen „Jumbo-Run“ rollen Motorräder mit mehr als hundert behinderten Mitfahrern durch die Niederrhein-Landschaft und sorgen für ein großes Erlebnis. Bis zu 400 Teilnehmer versammeln sich beim anschließenden gemeinsamen Grillen, bei dem viele Kontakte hergestellt werden.

Als einziger Preisträger wurde der Förderverein des Freibades in Voerde mit 2000 Euro bedacht. Das Bad hatte im Jahre 2005 geschlossen werden sollen, fand aber in den engagierten Vereinsmitgliedern erfolgreiche „Rettungsschwimmer“. Der derweil 400 Mitglieder zählende Verein bringt Beiträge und aktive Mithilfe ein. 105 000 Euro wurden durch ihn in den vergangenen Jahren in das Freibad investiert, davon rund 80 Prozent speziell für Kinder und Jugendliche.

Ohne das von den Preisträgern bewiesene Verantwortungsbewusstsein könne keine Gesellschaft auskommen“, sagte der Landrat. Das ehrenamtliche Engagement trage durch konkrete Maßnahmen zu ihrem kinderfreundlichen Klima bei, und es diene zugleich als Vorbild für andere, sich im Sinne einer Bürgergesellschaft einzubringen.

Für das begonnene Jahr ruft der Kreis Wesel erneute alle seine Bürgerinnen und Bürger auf, Privatpersonen, Initiativen, Einrichtungen, Schulen, Kirchengemeinden oder auch Unternehmen für einen Ehrenpreis vorzuschlagen ( 0281/ 2017104).