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Festspiele

Große Bestürzung in der Arena

10.08.2012 | 22:00 Uhr
Große Bestürzung in der Arena
Möglicherweise einer der letzten großen Opernabende in der Arena des APX. Foto: Ulla Michels

Xanten.   Begeisterung und Trauer bei der Aida-Premiere. Eine brillante Aufführung, aber es sollte am Donnerstag die letzte Premiere der Festspiele in der römischen Arena Xanten sein.

Stille in der Arena des Archäologischen Parks Xanten. „Radames, Radames“, ruft der Darsteller des Pharao schon fast laut mahnend dem jungen Feldherrn Radames entgegen. Er will ihn zur Vernunft bringen, doch alles Rufen verhallt sinnlos. Der junge Krieger lässt nicht von seiner Liebe ab, die er für die Sklavin Aida empfindet. „Radames!“ Nochmals mahnt der Herrscher – doch schon fast trotzig wirkend ergibt sich Radames seinem Schicksal.

Für die Besucher der Premiere der Sommerfestspiele gab es mit der Aufführung der Verdi Oper Aida einen besonderen Leckerbissen.

Es sollte am Donnerstag die letzte Premiere der Festspiele in der römischen Arena Xanten sein. „Alternativen hier in Xanten gibt es derzeit keine,“ so Walter Schürmann von der Arena Festspiel GmbH. 30 Premieren hat es in 29 Jahren gegeben. Nun führten fruchtlose Verhandlungen mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) dazu, weitere Projekt abzubrechen.

Pfiffe und Rufe

Mit großer Bestürzung nahm dies auch das Publikum in der bis auf wenige Platze ausverkauften Arena zur Kenntnis. Walter Schürmann begrüßte die Besucher und gab die Hiobsbotschaft zur Premiere von der Bühne aus bekannt – das Publikum kommentierte mit Pfiffen und Rufen.

Schnell ergab sich ein Zusammenhang zwischen der Handlung der Oper und dem Schicksal der Veranstaltung: Die Festspiele sind zum Sterben verurteilt. So wie auch der junge Krieger der letztendlich nicht von seiner Meinung abweicht. Wenn gleich auch in Verdis Oper ein vermeintliches Happy End angefügt ist. Radames wird zum Tode verurteilt, weil er das Angebot ablehnt, die Tochter des Pharao zur Frau zu nehmen. Lebendig in einer Gruft eingemauert, ist es sein Schicksal, einen qualvollen Tod zu erleiden. Doch der Wunsch nach wahrer Liebe war größer als die Angst vor dem Tod. Aida und der junge Feldherr sehen in Liebe vereint dem Licht des Todes entgegen.

Wenn auch unter einen dunklen Schatten gestellt, erlebten die Zuschauer eine grandiose Aufführung mit rund 250 Mitwirkenden unter freiem Himmel. Ein imposantes, bestechend schönes, offenes Bühnenbild und das Orchester der Breslauer Staatsoper unter der Leitung der sympathischen Dirigentin Ewa Michnik rundeten eine erfolgreich in Szene gesetzten Opernabend ab.

Das Wetter spielte mit und wer einmal miterleben durfte, wie riesige Vogelschwärme an einem Nilschiff, altägyptischer Kulisse und der Sphinx am Xantener Himmel vorbei ziehen, der weiß, was tausende Zuschauer in Zukunft vermissen werden.

Einzigartiges Gesamterlebnis

Die Darsteller brillierten und Aida und Radames nahmen die Sympathierollen im Stück ein. Stimmgewaltige Arien, ein punktgenauer Chor und eine exzellente Choreographie des Balletts der Breslauer Staatsoper stärkten das Gesamtbild und machten die Aufführung zu einem für Xanten einzigartigen Gesamterlebnis.

Die Besucher erlebten ein Ensemble auf der Bühne, das brillierte und alles gab. Der nicht enden wollende Schlussapplaus mit Füßetrampeln und lauten Pfiffen wurde erst durch das traditionelle Höhenfeuerwerk unterbrochen.

Von Heike Tobies



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