Glasfaser: in Alpen nicht überall

Foto: Hendrik Schulz

Alpen..  Wer Thomas Janssen, den allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters von Alpen und gewissermaßen der Internetbeauftragte der Gemeinde, auf das Thema Internetversorgung anspricht, der erntet spontan eine alles andere als erfreute Reaktion. „Das ist eine never ending story“, sagt Janssen seufzend. „Ich bin schon seit Jahren betraut mit dem Internetaufbau. Wir sind frühzeitig an das Thema herangegangen und waren mit unserer Gemeinde mal der Vorreiter in der Region.“

Damals wurde Kontakt mit der Telekom aufgenommen und beratschlagt, was machbar sei und was getan werden könne. Die Antwort sei äußerst ermutigend gewesen, so Janssen. „Die Telekom sagte, das sei kein Thema. Dann wurden 14 Kilometer Glasfaser verlegt. Damals gab es noch keine Förderprogramme, deswegen haben wir das als Gemeinde mit etwa 40 000 Euro bezuschusst.“ Aber die Randgebiete seien nicht versorgt worden. „Da haben wir jetzt enorme Probleme“, räumt Janssen ein.

Ein Markterhebungsverfahren, wie es die Nachbarkommune Rheinberg eingeleitet habe, blieb in Alpen ohne Ergebnis. Janssen: „Da hat sich niemand für uns interessiert.“

Er ist Mitglied des Lenkungskreises Breitband im Kreis Wesel. Eine Idee in diesem Lenkungskreis war es, dass Nachbarkommunen gemeinsam Investoren finden sollten, die die Region versorgen könnten. RWE zeigte Interesse. „Aber dann trat die Telekom in Rheinberg auf den Plan und fiel aus dem zu versorgenden Gebiet heraus – und RWE hatte dann kein Interesse mehr daran, nur Alpen zu versorgen“, bedauert Janssen.

Unversorgte Gebiete gibt es in Alpen zum Beispiel am Hoerstgener Weg auf der Bönninghardt, am Flughafenweg und an der Straße Am Flughafen. Janssen: „Am ­Hoerstgener Weg gibt es zwar einen Kabelverzweiger, aber der ist voll belegt. Für einen neuen Kabelverzweiger müssten wir als Gemeinde 33 000 Euro Zuschuss zahlen und der versorgt dann nur einen Teil der Straße!“

Funkmasten zur LTE-Versorgung können in Alpen übrigens nicht überall aufgestellt werden. „Sie stören den Fernsehempfang in Holland“, so Janssen.