Geschenke für den Minister
30.07.2009 | 20:48 Uhr 2009-07-30T20:48:00+0200Eckhard Uhlenberg besuchte Sonsbecker Recycling-Unternehmen: „Umweltschutz im wahrsten Sinne des Wortes”.
Sonsbeck. Er kam mit acht Minuten Verspätung und ging mit allerlei Geschenken. Beim Besuch des Aufbereitungsunternehmens KS-Recycling drückten die hiesigen CDU-Granden „ihrem” Landesumweltminister Eckhard Uhlenberg einen Fresskorb mit niederrheinischen Spezialitäten und einen Bembel mit Stadtwappen in die Hand. Das Goldene Buch der Stadt gab der Minister nach seinem Eintrag ebenso zurück wie den blauen Schutzhelm, den er bei der Werksbesichtigung aufzusetzen hatte.
Von „Umweltpolitik im wahrsten Sinne des Wortes” hatte der CDU-Mann in dem rund 100 Mitarbeiter starken Unternehmen an der Raiffeisenstraße gesprochen. Altöle, Lösungsmittel und allerlei weitere flüssige und feste Abfälle bereitet KSR auf und bringt es zurück in den Wirtschaftskreislauf. Unter anderem wickelt die Firma die Öl-Aufbereitung aller deutschen Total-Tankstellen ab.
Alles fing an mit
einem Altölholdienst
„Mit einem Altölholdienst fing 1965 alles an”, erklärt Geschäftsführer Guido Schmidt. Dessen Vater Kurt hatte die Kurt Schmidt Recycling einst gegründet und bis 2008 51 Prozent der Anteile gehalten. Nach dem Tod des Seniors hält Guido Schmidt alle Anteile. Die Firma hat inzwischen mehrere Tochterunternehmen und expandierte auch gen Niederlande. Über Umsätze spricht Schmidt nicht, forciert lieber das Thema Ölhafen Wesel. Dort will er in den kommenden zehn Jahren 49 Millionen Euro investieren, 50 Arbeitsplätze schaffen und eine große Anlage zum Öl-Recycling. Das Genehmigungsverfahren bei der Bezirksregierung stockt, der Minister versprach, sich zu kümmern.
Ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit, dafür stehe KSR, sagte der Chef beim Gang übers Gelände. Die Firma erfülle sämtliche Umweltstandarts. Mit den entsprechenden Urkunden hat Schmidt den Flur des Verwaltungsgebäude tapeziert.
Wer über KSR spricht, kommt um das Thema Geruchsbelästigung nicht herum. Klar, rieche es hier und da nach Öl, eine Belastung oder gar Gefährdung für die Mitarbeiter oder Anwohner gebe es aber nicht. „Wir haben seit Jahren keine Beschwerden mehr bekommen”, sagt Bürgermeister Leo Giesbers. „Das Problem ist gelöst”, zitiert Uhlenberg ein Schreiben.
Nach zwei Stunden düste der Minister weiter nach Voerde zum „Hochwasserschutz gucken”, wie seine Landtagskollegin Marie-Luise Fasse sagt. An Verpflegung für die Fahrt mangelte es nicht. . .
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