Gelungenes Ende der MI-Jazz-Reihe

Rheinberg..  Mit einem spannenden Doppelkonzert ist die Saison 2014/2015 der MI-Jazz-Reihe zu Ende gegangen. Wie schon das vorherige Konzert fand auch dieses nicht im nach wie vor gesperrten Saal der „Alten Kellnerei“, sondern im Forum des Amplonius-Gymnasiums statt. Vor rund 50 Zuhörern teilten sich der Hamburger Flamenco-Gitarrist Max Herzog und das aus Kölner Musik-Stundenten bestehende Totenhag-Trio den Abend. In seiner Begrüßung machte Volkshochschulleiter Dr. Jens Korfkamp den Stellenwert der inzwischen etablierten MI-Jazz-Reihe deutlich. 450 Zuschauer haben die acht feinen Konzerte besucht. Ein Schnitt von 50 bis 60 Besuchern sei für eine kleine Stadt wie Rheinberg sehr beachtlich, sagte er. Und: „Wir sind mit der Stadt in Gesprächen“, so Korfkamp. „und können vermutlich für die nächsten Konzerte den ,Raum der Stille’ im Konvikt nutzen. Wenn die Brandschutzfrage in der Alten Kellnerei geklärt ist, werden wir aber dorthin zurückkehren.“ Korfkamp nutzte den Konzertrahmen, um sich bei dem ehrenamtlichen MI-Jazz-Team zu bedanken. Matthias Goebel treibe als künstlerischer Leiter der Reihe immer wieder Musiker von teils internationalem Rang auf.

Sabine Rautenstrauch und Marion Klein-Gottstein sorgten für die Bewirtung, Helga Riekötter für die finanzielle Seite und Klaus Vogel gestaltet Plakate, Flyer sowie die Internetseite nebst Newsletter-Service. Auch Hausmeister Jupp Böckling dankte er. Dass auch er selbst sich engagiert einbringt, verschwieg Korfkamp. Die Reihe MI-Jazz findet in Kooperation mit der VHS und der Musikalischen Gesellschaft statt, deren Vorstand fast vollständig beim Konzert vertreten war. Auch der Kulturstiftung der Sparkasse Rheinberg galt ein Dankeschön für die finanzielle Unterstützung. Erstmals gab es ein zweigeteiltes MI-Jazz-Konzert. Mit Max Herzog erlebte das Publikum einen technisch versierten Akustikgitarristen, dessen Flamenco-Stücke stark traditionell geprägt sind. In seinen Eigenkompositionen gelang ihm der Spagat zwischen rhythmisch akzentuierten, mitunter perkussiven Passagen und butterweichen, perlenden Arpeggien. Zwei Seiten einer feurigen Musikrichtung, die viel über die spanische Seele verrät.

Glasklare Stimme

Mit Laura Totenhagen stellte sich eine noch sehr junge, aber bereits grandiose Jazz-Sängerin vor. Sie wurde von Felix Hauptmann am Flügel und dem Kontrabassisten Jakob Kühnemann (der Conrad Noll ersetzte) kongenial begleitet. Das Trio bewegte sich zwischen eigenen Kompositionen und Standards von Thelonious Monk („Reflections“), Dave Holland („Conference of the birds“) oder Kenny Wheeler („Sea Lady“). Insbesondere die glasklare, reife Stimme Laura Totenhagens verschlug dem Publikum den Atem.