Gasunfall bei Solvay

Das Betriebsgelände liegt direkt an der B 57.
Das Betriebsgelände liegt direkt an der B 57.
Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
In der Anlage zur Vynilchlorid-Produktion ist gestern Morgen Chlorwasserstoff ausgeströmt. Die Werkfeuerwehr fand die Austrittsstelle, Polizei sperrte die B 57

Rheinberg..  Ausnahmezustand gestern im Rheinberger Solvay-Werk: Gegen 7 Uhr morgens war dort bei Wartungsarbeiten in der Anlage zur Vinylchlorid-Produktion Chlorwasserstoff ausgetreten. Die Polizei sperrte die Kreuzung an der B 57/Weststraße vorsorglich ab. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand, heißt es von Solvay.

Ursache schnell herausfinden

Die Werkfeuerwehr rückte mit 26 Leuten aus, dichtete die augenscheinlich betroffene Stelle ab und konnte den Chloraustritt so stoppen. Die Ursache hierfür war jedoch auch Stunden später noch nicht geklärt. Die zuständigen Behörden – die Kreisleitstelle Wesel und die Bezirksregierung Düsseldorf – seien alarmiert, gemeinsam wolle man nun schnellstmöglich herausfinden, warum der gasförmige Stoff austreten konnte, sagt Solvay-Sprecherin Nicole Dinter.

Der Chlorwasserstoff bildete im Kontakt mit Luft eine sichtbare weiße Wolke. Im unmittelbaren Umfeld der Anlage war die auch durch ihren Geruch zu bemerken. „Wer das Gas einatmet, merkt das vielleicht durch ein Kratzen im Hals oder Unwohlsein wie Übelkeit“, sagt Nicole Dinter zu den gesundheitlichen Risiken.

Solvay habe die Nachbarn im Bereich des Gewerbegebietes Nord und der Werksiedlung sofort informiert und gebeten, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Messungen der Feuerwehr ergaben allerdings keine Gefährdung, so dass morgens gegen 9 Uhr in Absprache mit der Kreisleitstelle Wesel Entwarnung gegeben und die Sperrung der Kreuzung aufgehoben wurde. Eine Gefährdung für das Rheinberger Stadtgebiet habe wegen der Windrichtung aus West zu keiner Zeit bestanden, teilt Solvay mit.

Bei den Reparaturarbeiten durch die Werkfeuerwehr trat gegen 10 Uhr kurzzeitig eine weitere geringe Menge des Chlorwasserstoffs aus. Die vorsorgliche erneute Warnung der Nachbarn und die Sperrung der Kreuzung wurden nach 15 Minuten wieder aufgehoben.

Auf Notfälle vorbereitet

„Durch das sofortige Abstellen der Anlage und das Setzen der Wasserschleier konnte der Chlorwasserstoffaustritt gestoppt werden. Jetzt ist die Austrittsstelle abgedichtet“, beruhigte Werkleiter Dr. Richard Rösler. Die Werkfeuerwehr war auch in den frühen Nachmittagsstunden noch vor Ort.

„Wir schauen immer auf mögliche Gefahrenpotenziale und sind auf Notfälle vorbereitet“, betont Solvay-Sprecherin Nicole Dinter. Eine Ausnahmesituation sei der Chloraustritt aber dennoch für das Werk – „weil so etwas in der Regel nicht vorkommt“.