Für den Fall der Fälle

Rafael Betschner hatte viel Spaß beim Feuerwehrfest.
Rafael Betschner hatte viel Spaß beim Feuerwehrfest.
Was wir bereits wissen
Die Löschgruppe Menzelen feierte ihr 100-jähriges Bestehen mit einem Familientag. Und Alt-Feuerwehrmann Richard Kerkhoff simulierte einen Brand

Alpen-Menzelen..  Man stelle sich folgendes Szenario vor: Es ist drei Uhr morgens, die ganze Familie schläft und plötzlich schlägt ein Feuermelder Alarm. Wenig später ist die Feuerwehr zur Stelle und verhindert einen Hausbrand. Das nächste Szenario: Hochwasser, zahlreiche Keller laufen voll, die Bewohner sind verzweifelt. Doch auch hier steht die Feuerwehr den Bürgern in der Not zur Seite. Das gibt ein gutes Gefühl.

Wiederaufbau nach dem Krieg

Am Sonntag feierte die Löschgruppe Menzelen ihr 100-jähriges Bestehen. Ein Jahrhundert, in dem die freiwillige Feuerwehr den Menzelenern zur Seite stand und in dem sich die Technik rapide verändert hat. Aufregende Löschübungen und der Wiederaufbau nach dem Krieg fallen in diese Zeit. Viele der Feuerwehrmänner wissen davon aber nur noch aus Erzählungen. „Wir sind eine relativ junge Gruppe“, erzählte der Löschgruppenführer Christian Görtz.

Bei herrlichem Sonnenschein besuchten viele Menschen das Jubiläumsfest. Der Hof des Feuerwehrdomizils an der Neuen Straße erzeugte dabei eine Atmosphäre, die einem Straßenfest in einem Gewerbegebiet ähnelte. Auf dem großen Gelände parkten Feuerwehrautos, auf denen die Kinder spielen konnten. Gegenüber tobten sie in der Hüpfburg. Zusätzlich brausten über den ganzen Platz verteilt Kinder auf verschiedenen Gefährten durch die Gegend, die allesamt vom „Spielmobil“ des Kreises Wesel zur Verfügung gestellt wurden. Einige hatten geschminkte Gesichter. Piraten wechselten sich mit kleinen Feuerwehrmännern beim Sitzen auf dem Leiterwagen ab.

„Wir haben reichlich Resonanz aus der Bevölkerung bekommen und es sind auch zahlreiche Besucher aus den benachbarten Löschgruppen anwesend“, berichtete Christian Görtz, der seit seinem 18. Lebensjahr in der Feuerwehr aktiv ist. Neben den Einsätzen, zählt auch die Unterstützung von Veranstaltungen zu den Aufgaben der Männer. Was wäre beispielsweise ein Martinszug ohne die Begleitung der Feuerwehr? „Wir unterstützen die Vereine, wo wir können“, sagte der Löschgruppenführer.

Wie bereits vor 50 Jahren, wurde auch bei diesem Jubiläumsfest ein Einsatz simuliert. Derselbe Mann, der damals das Opfer eines Flugzeugabsturzes spielte, stellte sich auch am Sonntag zur Verfügung, um ein Wohnzimmer in Brand zu setzen. Der 63-jährige Alt-Feuerwehrmann Richard Kerkhoff entfachte die Möbel in einem Container und zeigte, wie schnell sich so ein Feuer ausbreitet. „Er wird so tun, als wenn er mit einer Zigarette einschläft – und sobald der Feuermelder anschlägt, verlässt er das Zimmer“, erklärte Christian Görtz im Vorfeld. Wie im wahren Leben war auch die Feuerwehr bei diesem simulierten Wohnungsbrand schnell zur Stelle. „Es wird mittlerweile darauf geachtet, nicht mehr Wasser als nötig zu verwenden, um den Schaden möglichst gering zu halten“, so Görtz.

Für den Fall der Fälle gibt es in Menzelen 28 Einsatzkräfte und drei Fahrzeuge. Man kann nur hoffen, die Hilfe dieser Männer niemals in Anspruch nehmen zu müssen, doch sollte es einmal dazu kommen, werden sie da sein.