Esco investiert acht Millionen Euro in das Salzbergwerk Borth

In dieser Lagerhalle von Esco werden vier unterschiedliche Salzqualitäten aufbewahrt.
In dieser Lagerhalle von Esco werden vier unterschiedliche Salzqualitäten aufbewahrt.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Der Transport per Eisenbahn ist seit Ende November vorbei. Jetzt bringen bis zu 140 Lkw täglich das Salz zum Stadthafen Wesel.

Rheinberg-Borth..  Die Zeiten der mit Salz beladenen Güterzugwaggons, die vom Esco-Steinsalzbergwerk Borth aus zum Hafen Momm unterwegs waren, sind passé. Am 28. November 2014 fand dort der letzte Schiffsumschlag statt.

„Das war schon ein trauriger Moment“, räumt Dirk Heinrich ein. Aber der Leiter für Produktion und Technik übertage blickt frohgemut in die Zukunft: Für acht Millionen Euro wurde die Logistik auf Vordermann gebracht, gewährleistet eine deutlich höhere Flexibilität – und sichert so auch die 310 Arbeitsplätze vor Ort, weil mit dem neuen Transportkonzept eine deutlich verbesserte Wirtschaftlichkeit einhergeht.

2,4 Millionen Tonnen Stein- und 290 000 Tonnen Siedesalz werden jedes Jahr in Borth produziert. Damit möglichst wenig über Land transportiert werden muss, nutzt man seit langer Zeit die Nähe zum Rhein – der Fluss ist ideal für günstige Massenguttransporte. Aber der Transport zum Hafen hin hatte Schwächen: Zum einen konnten die Waggons per Greifer und Kran im Hafen nicht komplett entleert werden, der Rest musste in mühseliger und auch kostenträchtiger Weise von Hand ausgeschippt werden, zum anderen verlangt die Kundschaft mal dieses, mal jenes Salz – in schwankenden Mengen. Und wenn dann der Waggon nicht komplett entleert war, bekam der Abnehmer eben nicht das Salz in genau der Qualität, wie er es bestellt hatte.

Doch eine solche Belieferung ist „wichtig für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit“, wie Erich Krug, seit knapp einem Jahr alleiniger Esco-Geschäftsführer, erklärte. Aber der Weg zu dieser veränderten Logistik war nicht ganz einfach. Neben den baulichen Voraussetzungen im Werk Borth mussten auch die weiteren Rahmenbedingungen stimmen. Dazu zählten zum Beispiel der Bau einer neuen Umgehungsstraße, die neue Brücke über den Rhein zum Stadthafen Wesel, aber auch die Ertüchtigung der Kaimauer dort.

Erste Ideen vor drei Jahren

Im März vor drei Jahren gab es bei Esco die erste Idee für ein neues Transportkonzept. Insgesamt neun Varianten wurden bis März 2013 erarbeitet, im August erfolgte die Entscheidung für das jetzt umgesetzte Modell. Vor knapp einem Jahr begannen die vorbereitenden Infrastrukturmaßnahmen, im April 2014 wurden die Gleisanlagen vor der Mühle abgebrochen, begannen die Gründungsarbeiten, Ende November war die Anlage dann komplett fertiggestellt.

Eng mit einbezogen in das neue Konzept waren auch die Kooperationspartner, die Firma Hülskens für den Transport und die Stadtwerke Wesel, die mittlerweile gemeinsam mit weiteren öffentlichen Trägern die neugegründete Hafengesellschaft Deltaport betreiben. Esco selber baute eine neue Lagerhalle für vier unterschiedliche Salzqualitäten und zwei automatisierte Verladestraßen. Der Spediteur Imgrund schaffte sechs neue Lkw an. Im Schnitt fallen täglich etwa 140 Fahrten an.