Es gibt viele Gewinner
05.02.2012 | 17:05 Uhr 2012-02-05T17:05:00+0100
Alpen.Der Tag der Entscheidung rückt näher. Bis Mittwoch läuft die Anmeldefrist der neu gegründeten Alpener Sekundarschule. Am Samstag öffnete sie ihre Türen, um sich Eltern und Schülern vorzustellen.
„Es ist schon ein komisches Gefühl, einen Tag der offenen Tür an einer Schule zu haben, die es noch gar nicht gibt“, gestand Bürgermeister Thomas Ahls.
Obwohl die Leitung der vom Schulministerium am Donnerstag genehmigten Sekundarschule als auch die Besetzung des Lehrerkollegiums noch völlig offen sind, war der Besucherandrang groß. Auffällig für Tanja Rathmer-Naundorf und Tilman Latzel vom Anmeldeteam war der trotz zahlreicher Infoveranstaltungen im Vorfeld geringe Wissensstand vieler Eltern. „Wir müssen den Eltern die Vorzüge dieser Schulform deutlich machen“, erklärte Tilman Latzel, den die spannende Möglichkeit reizt, eine neue Schule mit aufzubauen.
Showversuche im Chemieraum
Ein Rundgang durch die Klassenräume sollte letzte Zweifel über die Qualität ausräumen. Showversuche im Chemieraum, ein einladend gedeckter Tisch in der Küche oder modernste CAD-Anwendungen im Computerraum machten das hohe Niveau und die außerordentlichen Möglichkeiten deutlich. Um dieses auch im Unterricht umsetzen und gleichzeitig einen nahtlosen Übergang zur gymnasialen Oberstufe erreichen zu können, wird es einen Lehreraustausch mit der Gemeinschaftsschule Rheinberg geben. In gemeinsamen Fachkonferenzen sollen die Unterrichtsstoffe angeglichen werden. Ein Aspekt, den Thomas Ahls besonders begrüßt: „Ein Drittel Gymnasiallehrer, das hatten wir bislang noch nicht.“
In der Schulbibliothek standen neben dem Anmeldeteam die Leiter der Kooperationspartner, Herbert Beck vom Mercator-Berufskolleg Moers sowie Norbert Giesen, Leiter der Gemeinschaftsschule Rheinberg, Rede und Antwort. Rund 70 Anmeldungen sind laut Thomas Ahls notwendig. Was aber passiert mit den angemeldeten Schülern, wenn diese Zahl nicht erreicht werde, wollten viele Eltern wissen. „Wir werden uns darum kümmern, dass diese Kinder versorgt werden“, beruhigte Ahls. Norbert Giesen indes sieht die Gefahr nicht. „Wir würden Eltern aus Alpen, die ihre Kinder an unserer Schule angemeldet haben, ein Aufnahmeformular der Sekundarschule geben. Auch mit Eltern aus Borth könnten wir reden. Ich würde mich freuen, wenn die Schule an den Start gehen könnte. Durch die Kooperation könnten wir viel mehr Kurse anbieten. Es wäre eine Win-Win-Situation für beide.“
Dank der neuen „Kompetenzorientierten Ausbildung“ erwartet der Schulleiter keine Schwierigkeiten bei dem Wechsel in die gymnasiale Oberstufe. Sein Kollege Herbert Beck vom Mercator Berufskolleg wies darauf hin, Absolventen der Sekundarschule ein vollwertiges Abitur mit den Schwerpunkten Mathematik/ Informatik oder BWL/Rechnungswesen zu ermöglichen.
Die Gründe für die Eltern, ihren Nachwuchs in Alpen anzumelden, sind unterschiedlich. „Sein Bruder ist bereits hier, hat sehr viel Vertrauen zu den Lehrern und kommt mit dem Stoff gut zurecht“, berichtete Karin Vijayathasan. Michaela Onletz setzt dagegen auf die individuelle Förderung: „Sofie hat leichte Lernschwierigkeiten. An der Sekundarschule wird sie gut betreut und ist weniger Druck ausgesetzt.“
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