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Städtepartnerschaft

Es fehlt nur noch die Unterschrift

15.09.2011 | 22:00 Uhr

Xanten.Der Stadtrat hat die Sache beschlossen, die Urkunden liegen bereit: was fehlt, um die Partnerschaft zwischen Xanten und der palästinensischen Stadt Beit Sahour zu besiegeln, sind lediglich die Unterschriften der beiden Bürgermeister.

„Es war ein langer Weg bis dorthin“, konstatiert Christian Strunk. Am Samstag, 24. September, ist es dann so weit. Ab 11 Uhr lädt die Stadt zu einen Festakt mit Empfang ins Rathaus ein, damit Strunk mit seinem Amtskollegen aus Beit Sahour, Hani Al-Hayek, das Paket festzurren kann, das seit über drei Jahren geschnürt wird.

Damals kam Ibtissam Atallah, die in Alpen wohnt und in Beit Sahour aufwuchs, von einem Heimatbesuch in Palästina wieder mit der fixen Idee, eine Verbindung zwischen Orient und Niederrhein zu schaffen. In Xanten fand sie Gehör, ein Arbeitskreis wurde gegründet. Es wuchs die Idee, nicht nur mit Beit Sahour - wo laut der Bibel die Engel den Hirten die Geburt Jesu verkündeten -, sondern auch mit einer Stadt auf israelischer Seite eine Partnerschaft anzustreben.

Eine solche Dreiecksbeziehung wäre einmalig in Deutschland, zumal Xanten erst bundesweit die dritte Stadt ist, die eine Partnerschaft mit einer palästinensischen Stadt eingeht. „Es ist also der erste Schritt“, zu beiden Konfliktseiten freundschaftliche Bande zu schließen, so Carl Dieter Hinnenberg. Gespräche mit israelischen Städten sollen in diesem Jahr voran gebracht werden, so der Vorsitzende des Arbeitskreises.

Ein Klima der
Völkerverständigung

Die 18-köpfige Delegation kommt am Donnerstag, 22. September, in Xanten an, der Freitag steht dann ganz im Zeichen des Jugendaustausches, denn auch zehn Schüler reisen mit in die Römerstadt. Auf diesem Sektor sieht Bürgermeister Strunk die größten Chancen der Partnerschaft: Kinder und Jugendliche sollen in einem „Klima der Völkerverständigung aufwachsen.“ Deshalb begrüßt er es besonders, dass auch das Stiftsgymnasium einen Kooperationsvertrag mit der Evangelisch-Lutherischen Schule in Beit Sahour schließt.

Nach dem Festakt, der neben den Grußworten musikalisch von der Dommusikschule gestaltet wird, folgt um 18 Uhr ein Orgelkonzert in der evangelischen Kirche. Organist Friedhelm Olfen wird Stücke von belgischen, englischen, französischen und palästinensischen Komponisten spielen - den Ländern, in denen sich Xantens Partnerstädte befinden.

Am Sonntag, 25. September, bringen die Gäste um 16 Uhr ein Stück ihrer Kultur ins Plaza del Mar: Die Gruppe „Baqoun“ zeigt den traditionellen arabischen Volkstanz Dabke. Strunk appelliert an die Xantener, sich „Schritt für Schritt zu öffnen“ für die neuen Freunde aus Beit Sahour. „Der Stadt wird eine Welt geöffnet, die so fern scheint, aber doch so nah liegt.“

Willi Haentjes

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