Erweiterung kommt nicht voran

Rheinberg..  Die Zeit drängt. Zum Schuljahr 2017/2018 erreichen die ersten Schüler der Europaschule die gymnasiale Oberstufe. Und dann wird’s eng in den Räumen an der Dr.-Aloys-Wittrup-Straße. Doch die Planungen für die überaus teure Erweiterung kommen nicht voran. Zwar hat Architekt Christoph Parade bereits am 30. Oktober 2014 detaillierte Pläne vorgestellt. Doch waren die den Politikern zu kostspielig. Rund
14 Millionen Euro standen damals im Raum. Und das wäre noch nicht das Ende der Fahnenstange. Damals wurde beschlossen, eine Arbeitsgruppe „Erweiterung Europaschule“ zu gründen, die Sparmöglichkeiten erarbeiten soll.

Diese AG hat sich am 7. Januar darauf verständigt, möglichst auf ein gemeinsames großes Lehrerzimmer zu verzichten; dadurch könnten Umbauten am bestehenden Gebäude eingespart werden, zudem könnte man einen neuen Gebäudeteil verkleinern. Ergänzt um einige andere Änderungen ergebe sich eine Ersparnis von rund 1,6 Millionen Euro. Das Architekturbüro verweist allerdings darauf, dass seiner Ansicht nach maximal 850 000 Euro eingespart werden können und macht alternative Einsparmöglichkeiten (etwa eine geringere Wandstärke). Unter dem Strich ließen sich so etwa 1,25 Millionen Euro sparen. Durch die Verkleinerung eines Gebäudeteils – durch den Verzicht auf Besprechungsräume – ließen sich noch einmal 387 000 Euro sparen.

Im Haupt-und Finanzausschuss machte Bürgermeister Hans-Theo Mennicken Dampf: „Wir müssen jetzt zügig zu einem Ergebnis kommen. Wir können das nicht länger schieben.“ Die Oberstufe habe man mit drei Zügen schon knapp berechnet. Dennoch wollte die SPD zunächst eine weitere Arbeitsgruppensitzung einberufen – mit Architekt Parade. „Ich denke, dass wir zwei bis drei Millionen Euro einsparen können“, sagte Fraktionsvorsitzender Jürgen Madry.

Die CDU reklamierte konkrete Zahlen bis 2023, um eine Übersicht über die Betriebs- und die Finanzierungskosten zu haben. Fraktionssprecher Ulrich Hecker: „Wir bekommen 800 000 Euro Schulpauschale und einen Investitionszuschuss von 1,2 Milllionen Euro vom Land. Da sollten wir uns gut überlegen, wo wir das Geld hingeben. Wir haben schließlich auch noch andere Schulen. Wir sind dafür, eine endgültige Planung erst dann vorzunehmen, wenn die Anmeldezahlen vorliegen.“ Dietmar Heyde (Grüne) sprach von Investitionen, die Sinn ergeben und die sich auch amortisierten. Beigeordneter Dieter Paus hatte Verständnis für den Wunsch, die Pläne noch einmal einzusehen. Vor dem Hintergrund der knappen Zeit sei das jedoch kaum möglich.

Die Stadt plant schon jetzt, den ersten Jahrgang übergangsweise in die bald leerstehende Maria-Montessori-Förderschule auszulagern. Einen Beschluss fasste der Ausschuss nicht. Nun soll kurzfristig eine AG-Sitzung mit Architekt Parade angesetzt werden.