Erfolgreich lernen

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Xanten/Sonsbeck..  Gemeinsames Lernen, aber unterschiedlich nach dem Lernstand, der Lernweise und den Lernzielen des jeweiligen Kindes: Das ist die Grundidee der Gesamtschule Xanten/Sonsbeck. „Die grundsätzliche Idee unserer Schule besteht darin, das Lernen so zu konstruieren, dass alle Kinder erfolgreich lernen“, formuliert Leiterin Regina Schneider den Anspruch.

Mit dem Schuljahr 2013/14 begann die Arbeit der Gesamtschule mit den Standorten Sonsbeck, wo je zwei Klassen der Jahrgänge 5 bis 7 unterrichtet werden, und Xanten, wo es Unterricht vom Jahrgang 5 bis hin zum Abitur in der gymnasialen Oberstufe nach dem Vollausbau der Schule geben wird. Jetzt, im zweiten Jahr des Bestehens, gibt es 325 Schüler, nach den Sommerferien werden es fast 500 sein.

„Von Anfang an gab es bei uns Inklusion“, erzählt Regina Schneider. „Jedes Kind soll hier erfolgreich lernen, jedes Kind die entsprechenden Möglichkeiten dafür vorfinden – und so muss die Schule auch ausgestattet sein.“ Das ist nach ihrer Meinung die „Grundidee von Schule. Diese Entscheidung muss man treffen, das ist die Grundhaltung, die auch über die Schule hinausgeht“.

An der Gesamtschule Xanten/Sonsbeck werden Kinder mit Einschränkungen in den Bereichen Hören und Kommunikation, Körperliche Motorische Entwicklung, Lernen, Sprache und Emotionale/Soziale Entwicklung unterrichtet. Bei den Lehrern gibt es neben den klassischen Pädagogen auch Sonderpädagogen. Schneider: „Sie unterstützen die Kollegen im Team. Langfristig sollen die alle unsere pädagogischen Kompetenzen so genutzt werden, dass jedes Kind erfolgreich lernt.“

Gemeinsamer Bezugspunkt

Dazu gehöre auch das Formulieren von Aufgaben in einer Weise, mit der alle Kinder umgehen können. „Das kann so gemacht werden, dass zum Beispiel ein größerer Schriftgrad benutzt wird, Bilder dazu gestellt werden oder kurze Filmsequenzen gezeigt werden“, so Schneider. „Das ist für alle Kinder hilfreich und kann gemeinsamer Bezugspunkt für alle werden.“ Für genau so wichtig hält sie das Arbeiten in Zusammenhängen, gemeinsam und unter Beachtung von Regeln und den Formen von Höflichkeit. „Das ist die Grundhaltung.“

Anke Rößner ist eine der Sonderpädagoginnen an der Gesamtschule Xanten/Sonsbeck. Ihre Stammschule ist die Erich-Kästner-Schule in Wesel, aber sie unterrichtet eben auch in Xanten. „Ich hospitiere mit im Unterricht, gucke nach den Stärken und Schwächen der Schüler, achte darauf, dass die Lehrerin zum Beispiel bei hörbeeinträchtigten Kindern mit der Technik zurechtkommt, die die Stimme verstärkt, aber die Umgebungsgeräusche dämpft.“ Dass das auch klappt, dafür sind die Kinder selbst verantwortlich. „Den Umgang damit müssen sie lernen und von sich aus einfordern“, so Rößner. In Abhängigkeit von der Situation werden Kinder auch schon einmal aus der Klasse herausgenommen. Rößner: „Dann gibt es mal Kleingruppen, mal Einzelunterricht.“ Und dieser Unterricht wird von den Kindern gewünscht, zum Beispiel in Englisch. „Für die richtige Aussprache ist das genaue Hören sehr wichtig!“

Jeder lernt vom anderen

Der respektvolle Umgang miteinander findet auch innerhalb des Lehrerkollegiums statt, erläutert Schneider. „Nicht jeder Sonderpädagoge, nicht jede Lehrerin kann alles. Wir müssen gemeinsam im Team unsere Kompetenzen einsetzen und von einander lernen. Jeder lernt vom anderen.“ Auf diesen Weg hat sich die Schule begeben.

Für Rößner gehört zur Schule auch „die gute Kommunikation unter den Lehrern“. Genauso wichtig seien aber auch die äußeren Rahmenbedingungen. „Man muss mal rausgehen können, ruhige und schöne Orte haben, die Schule muss freundlich sein – und gut ausgestattet.“