Eiszeit macht den Narren nichts aus
14.02.2010 | 18:17 Uhr 2010-02-14T18:17:00+0100Xanten. Wenn Xanten feiert, dann aber richtig: 19 Motivwagen, 26 Fußgruppen und 7000 gut gelaunte Menschen am Wegesrand.
In Xantens Blutwurstsonntagzug steppte der Bär! Konkreter: Der Eisbär. Den gab's gleich mehrfach, sogar als Treckerfahrer. Der sah so echt aus, als wäre er einem Zoo entsprungen. Wo ein Eisbär ist, da sind auch Eskimos Die kamen in Kompaniestärke, passend zum Wetter, brachten Iglus auf Handwagen mit. Fantasievoll die Kostüme, nicht nur der närrischen Zugteilnehmer, auch der rund 7000 Zuschauer am zweieinhalb Kilometer langen Zugweg. Gäbe es einen Preis für die best kostümiertesten Narren, die Xantener wären heiße Anwärter.
Neuer Weg wegen des Marktplatzumbaus
Ein gelungener närrischer Lindwurm zog durch Xantens Straßen. Dass er - bedingt durch den Marktumbau - diesmal um die Innenstadt führte, tat der Freude keinen Abbruch. Schon eine halbe Stunde vor Zugbeginn wurde das Durchkommen schwer.
Als auf die Sekunde um 14.11 Uhr Wolfgang Mehring, Präsident des Xantener Blutwurstkomittees, das Startzeichen gab, die Zugleiter Theo Oymann und Werner van Gemmeren losmarschierten, war die Stimmung in Xantens Straßen nicht schon mehr zu steigern. Theken und Bars vor den Häusern, Heizstrahler oder heiße Getränke wärmten, gigantische Boxen sorgten für närrische Klänge, da wurde auf der Straße getanzt.
15 Zentner Süßigkeiten vom XBK
Das Blutwurstkomitee hätte einen Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde verdient. Wochenlange Vorbereitung, am Samstag ein harter Arbeitstag: Sagenhafte 1,3 Tonnen Blutwurst waren in Tüten zu verpacken. Man schaffte es. In großen Ketten hingen die Würste von der Decke des Prunkwagens, davor zentnerweise die Tütchen mit der leckeren Wurst. „Gefrorene Blutwurst" frozzelten die Werfer angesichts der frostigen Temperatur. Die Narren nahmen es nicht krumm, bissen kräftig rein. Doch nicht nur Blutwurst gab's: Für die Kleinen natürlich Süßigkeiten aller Schattierungen. 15 Zentner hatte das XBK gekauft, an die Gruppen verteilt.
Die flogen massenhaft unters närrische Fußvolk am Straßenrand. Alles, was Hände hatte, ob Wagenbesatzung oder Fußgruppe, warf, was das Zeug hielt. Manche Gruppe hatte aufmunitioniert. Wie die Wardter „Promille-Prinzen", zwölf Kegler, alle Kölner Fans. „Wir rollen heut als Köllsche an und feiern laut mit Alleman" prangte auf dem roten Wagen. Rekordreif war ihre Wurfleistung: 3000 Tüten Popcorn, 2000 Lutscher, 500 mal Puffreis, 2000 Haribotütchen.
Klimawechsel im Rathaus
Es war ein Zug der Superlative: 19 Motivwagen, auf einem als Pappkamerad Bürgermeister Christian Strunk, der Eisschollen stapelte. Dahinter Kämmerin Karin Welge im flotten Bikini unter Palmen. „Klimawechsel auch im Rathaus?" wollte die Nachbarschaft Siegfriedstraße wissen. Ansonsten blieb der Zug politikarm. „Vorsicht, Affen werfen Kot" warnte ein Wagen, auf dem hoch oben in einem Käfig behaarte Affen turnten. Die Vynener entdeckten Xanten und Siegfried als Weltkulturerbe, Wikinger brachten die Römer auf Trab, aus Lüttingens Prekkenland musizierten Eskimos. 26 Fußgruppen marschierten mit, neun Kapellen und Spielmannszüge.
Es war ein Jubiläumszug, zwei mal elf Jahre zeigt die Historie. Das Motto „Ob Schnee, Regen oder Sonnenschein, der Blutwurstsonntagszug muss sein" hatte wohl auch Petrus animiert. „Erstmals in der Geschichte haben wir Schnee", meinte Mehring. Er war mit Wetter und Zugablauf zufrieden. Wie auch Ernst Granzen, Einsatzleiter der Xantener Malteser, die 48 Einsatzkräfte aufboten. Acht Erstversorgungstrupps ließ er im Zug mitlaufen. „Ein ganz normaler Tag", meinte er zu seinen Einsätzen: Eine Unterzuckerung auf Grund Alkohols, eine Schlägerei, einmal ein Herzproblem.
Vorsichtshalber Decken mitgebracht
Lediglich um einige leicht bekleidete Mädchen machte er sich Sorgen. „Wir haben unsere Fahrzeuge mit Wolldecken aufgerüstet", meinte er zufrieden. Zufrieden war auch Mehring: „Eine zentnerschwere Last fällt ab.” Wie bei Polizeihauptkommissar Willi Giesen. Seine 14 Polizisten hatten einen ruhigen Tag. Bis 18 Uhr nur eine kleine Schlägerei. Der Appell, auf Alkohol und Hartes zu verzichten, und Kontrollen gemeinsam mit dem Ordnungsamt hatten gefruchtet.
16:39
Ich frage mich wo die vielen betrunkenen Teenies ihre Unmengen an Alkohol her hatten. Sowohl ich als auch viele meiner Nachbarinnen haben davon sehr viele gesehen und auch viele Erwachsene hatten mehr als einen im Tee
Schade das...!