Das aktuelle Wetter Rheinberg 13°C
Einzelhandel

Einzelhandel am Niederrhein ist verhalten optimistisch

21.02.2012 | 17:34 Uhr
Einzelhandel am Niederrhein ist verhalten optimistisch
Rheinbergs Einkaufsmeile, die Gelderstraße.

Kreis Wesel.„Verhaltenen Optimismus im Einzelhandel“, meldet der Einzelhandels- und Dienstleistungsverband Niederrhein als Ergebnis einer Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen.

Wilhelm Bomann, Geschäftsführers des Verbandes, der 3000 Betriebe am Niederrhein und in Duisburg vertritt: „Die Umsätze in 2011 sind besser ausgefallen, als dies von vielen unserer Kollegen erwartet wurde.“

67,7 Prozent der Befragten gehen verhalten optimistisch ins Jahr 2012. Allerdings ist die Gruppe mit pessimistischen Erwartungen im Verhältnis zum Vorjahr erheblich gestiegen (von 7,7 Prozent auf 16,2 Prozent).

Sorge bereitet dem Einzelhandelsverband, dass trotz des demografischen Wandels in den Städten und Gemeinde am Niederrhein immer mehr Einzelhandelsflächen entstehen. „Die Zahl der Einwohner und damit der Kaufkraft ist in der Region deutlich gesunken und wird leider weiter sinken“, prognostiziert Alfred Walzer, Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes. Es müsse damit gerechnet werden, dass die Einwohnerzahl im Kreis Wesel von 468 619 im Dezember 2010 auf 440 600 im Januar 2030 sinken werde.

Ein Beispiel für die Ausweitung der Verkaufsfläche im Einzelhandel sind die Pläne der Stadt Xanten, eine Fläche von 3700 Quadratmetern an der Bahnhofstraße am heutigen Ford-Standort unter anderem für Lebensmitteleinzelhandel und für eine große Drogerie zu schaffen. Wilhelm Bomann: „Wir stimmen dem Lebensmittelmarkt zu, sehen jedoch den Drogeriemarkt an dieser Stelle skeptisch.“ Drogerieprodukte würden eindeutig zur wohnungsnahen Versorgung in der Innenstadt gehören.

Gemischte Gefühle

Mit gemischten Gefühlen blickt der Einzelhandelsverband auf die jüngste Entwicklung in der Stadt Rheinberg. Wilhelm Bomann: „Amazon ist besonders für kleine Städte nicht der Heilsbringer.“ Die Beschäftigten der Niederlassung in Rheinberg würden der Innenstadt kaum Kaufkraft bringen. Andererseits würden besonders die spezialisierten Geschäfte in den kleinen Städten unter der Online-Konkurrenz leiden: „Da brechen ganze Marktanteile weg.“ Verbesserungswürdig seien in Rheinberg die Ladenöffnungszeiten. Bomann: „Der Einzelhandel sollte sich auf Kernöffnungszeiten einigen.“

Zustimmung des Einzelhandelsverbandes findet das Konzept für den Einzelhandel in der Gemeinde Alpen. Bomann: „Ich bin froh über die jüngste städtebauliche Entwicklung rund um das Rathaus, zu der auch die Edeka-Erweiterung gehört. In Alpen kann man sehen, wie die Gemeinde das Zentrum zusammenhält.“

In Sonsbeck sieht Wilhelm Bomann eine „bipolare Entwicklung“ des Lebensmitteleinzelhandels in den Randbereichen mit dem K+K Markt auf der einen Seite und Aldi auf der anderen. „Es wäre gut, wenn es dabei bleibt.“ Für den Einzelhandel in der Innenstadt im Bereich der Hochstraße sieht Bomann hingegen noch Potenzial.

Christoph Girschik

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6387391/create

Aktuelle Fotos und Videos
JRK-Supercamp
Bildgalerie
FREIZEIT
Unwetter am Niederrhein
Bildgalerie
Wetter
Drachen und Gaukler
Bildgalerie
Fotostrecke
600 Jahr Feier
Bildgalerie
Amplonius
Aus dem Ressort
Dabei sein ist alles
Sport
Es muss ein Gefühl wie Weihnachten gewesen sein. Oder sogar noch schöner. Der Moment, als Jan Mätzkow auf das Siegertreppchen stieg. Nicht bis nach ganz oben, aber das lässt den jungen Mann kalt.
Immer mit der Ruhe!
Gesundheit
. Die Zahl der psychischen Erkrankungen im Kreis hat zugenommen. Das merkt der VdK in seinen Beratungen.