Eine schöne Tradition mit vielen Geschichten

Hildegard Wache im Kreise ihrer Hühner.
Hildegard Wache im Kreise ihrer Hühner.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Warum gibt es an Ostern eigentlich Ostereier und warum werden sie gefärbt?

Alpen..  Die Geschäfte von Hildegard und Martin Wache laufen in diesen Tagen gut. So viele Eier ihrer freilaufenden Hühner, wie momentan, verkaufen die Betreiber des Spargelhofs Giesen-Wache in Alpen sonst nicht. „Zu Ostern ist die Nachfrage natürlich viel größer“, sagt Hildegard Wache. „Auch die Nachfrage speziell nach den weißen Eiern ist viel höher als sonst.“ Denn, so meint die Landwirtin, würden diese fürs Bemalen bevorzugt. „Ich glaube gerade bei uns auf dem Land färben die Leute einfach lieber noch selbst ihre Eier“, sagt Hildegard Wache. „Es ist ein Brauch und hat ähnlich, wie das Tannenbaumschmücken an Weihnachten Tradition.“

Ostereier sind das beherrschende Sinnbild des Osterfestes. Aber warum ist das so? Seit Urzeiten symbolisiert das Ei die Entstehung von Leben – auf Ostern und die Auferstehung von Jesus bezogen also die Entstehung neuen Lebens. Schon die Urchristen haben daher auf die Gräber ihrer verstorbenen Angehörigen ein Ei gelegt.

Pacht und Zinsen bezahlt

Für seine Verbreitung als eines der wichtigsten Ostersymbole gibt es noch eine ganz einfache Erklärung. Mit Eiern wurden Pacht und Zinsen bezahlt – und neben Martini am 11. November war Ostern einer der Zahltage. Zudem wurden wertvolle Eier aus Marmor oder Holz an Festtagen verschenkt. Außerdem gibt es weitere, äußerst praktische Erklärungen: Da in der Fastenzeit auch der Verzehr von Eiern, die bei unseren Ahnen als flüssiges Fleisch galten, verboten war, gab es am Ende der Fastenzeit einen Überschuss an Eiern. Denn die Hühner stellten das Eierlegen natürlich nicht ein. Den Überschuss an Eiern mussten die Menschen also dann zum Osterfest reduzieren.

Das Bemalen der Eier könnte auf unterschiedliche, aber jeweils ganz praktische Gründe zurückzuführen sein. Zum einen könnte der Ursprung auch wieder mit der Fastenzeit zusammenhängen. Damit sich die Eier länger hielten, wurden sie gekocht. Man nimmt an, dass die Hausfrauen die Eier färbten, um sie von den rohen Eiern unterscheiden zu können.

Das Färben der Eier könnte seinen Ursprung jedoch auch in der kirchlichen Tradition haben. Nach einer anderen Theorie färbten Christen die an Ostern geweihten Eier bunt ein, um sie von den ungeweihten zu unterscheiden. Beliebt war die Farbe Rot, die die Auferstehung Jesu symbolisiert. Geweihte Eier waren ein beliebtes Geschenk an Verwandte, Bekannte oder den Liebsten.

Woher die Tradition des Ostereis und des Färbens auch kommen mag, in diesen Tagen erfreuen sich wie jedes Jahr nicht nur die Kinder daran. „Unsere Kunden sind nicht nur Familien“, sagt Hildegard Wache. „Auch viele Erwachsene freuen sich auf das Eierfärben am Osterwochenende.“ Welche Eier fürs Färben oder Auspusten besonders gut geeignet sind lässt sich, laut Hildegard Wache, pauschal nicht beantworten. „Braun oder weiß, das ist wirklich nur Geschmackssache“, sagt die Landwirtin. „Aber es sind schon die großen, weißen Eier, die besonders beliebt sind.“

Dabei gelte: Je größer das Ei, desto älter das Huhn. Das bedeutet auch, dass die größeren Eier eine dünnere Schale haben und zum Auspusten nicht ganz so gut geeignet sind. Letztendlich sei alles jedoch eine Sache des Geschmacks, so Hildegard Wache. Hauptsache es bereitet Freude und die Eier stammen von so glücklichen Hühnern wie die der Familie Wache.