Eine echte Rheinberger Erfolgsgeschichte

Thermografie ist immer ein Energie-Thema.
Thermografie ist immer ein Energie-Thema.
Foto: Foto: Gerd Hermann
Was wir bereits wissen
Klima-Tisch wird zehn Jahre alt – und in dieser Zeit hat er viele nachhaltige Projekte angestoßen. Energiesparer-Auszeichnung und Dr. Haus sind nur zwei Beispiele

Rheinberg..  Im Oktober 2005 wurde er von einigen klimabewussten Bürgern gegründet, die etwas für Nachhaltigkeit, energetische Verbesserung von Häusern und alternative Energien bewegen wollten. Bewusst angedacht war, dabei auch weit über die Grenzen der Stadt, sogar in andere Länder zu schauen. Das, was die aktiven, ehrenamtlichen Mitglieder des Klima-Tischs in all den Jahren angingen und verwirklichten, liest sich wie eine Erfolgsgeschichte. Monatlich gab es einen festen Termin, zu dem alle Bürger ins Rathaus kommen konnten, Fachvorträge wurden angeboten. Doch im Vordergrund stand immer die Beratung der Bürger für mehr Einsatz für das Klima. „Wir haben in den zehn Jahren viel bewegt“, findet Jens Harnack, Leiter der Stabstelle Nachhaltigkeit.

Fotovoltaikanlage auf dem Dach

2006 startete ein erstes grenzüberschreitendes Projekt, das Ecopolis-Projekt Wageningen-Rheinberg. Im gleichen Jahr bekamen Rheinberger Energiesparer erste Auszeichnungen. Rheinberg war es, das 2006 die Gemeinschaftsauszeichnungen von Energiesparern in NRW mitentwickelte. Im gleichen Jahr wurde der Klima-Tisch auch selbst Vorbild und Hauptakteur. Er plante und installierte eine Fotovoltaikanlage auf dem Stadthaus, die erfolgreich Strom erzeugt. Sie wurde Vorbild für andere Projekte, wie die Anlage beim DLB und auf Dächern des Gymnasiums und des Schulzentrums. Hier waren Fachkenntnis der Mitglieder des Klima-Tischs hilfreich. 2008 und 2009 organisierte der Klima-Tisch Energie-Radtouren zu interessanten Objekten. Zu erwähnen sind auch die Energietage von 2007 bis 2010, auch eine Initiative der Ehrenamtler.

Bundesweit bekannt und als Vorbildstadt genannt wurden Rheinberg und sein Klima-Tisch durch ein Forschungsprojekt der Fachhochschule Erfurt, an dem 2008 bis 2010 auch Darmstadt und Eisenach teilnahmen. Sie galten als Städte, die den Klimaschutz vor Ort vorbildlich organisierten und kommunizierten. Das Programm wurde bis 2014 fortgeschrieben. Es entstand ein umfassendes Buch, eine Handlungsanweisung für andere Kommunen, die sich im Klimaschutz engagieren wollen. Wesentliche Erkenntnisse und Beiträge stammen vom Klima-Tisch und der Stadtverwaltung Rheinberg.

Großer Erfolg wurde 2009 und 2010 die Thermografie-Aktion. Wärmebildfotos von Häusern machten die Ehrenamtler vom Klima-Tisch bei 220 Rheinberger Hausbesitzern. Da wurde so manche Sanierungsmöglichkeit erst entdeckt. Genau so erfolgreich wurde die Weiterentwicklung des Dr.-Haus-Konzeptes seit 2009. Es ging um Energiefachleute, die in den Ortsteilen Häuser aufsuchten und Ratschläge zur energetischen Verbesserung machten.Die Statistik erfasst bis 2014 insgesamt 1114 Erstberatungen zwischen 60 und 90 Minuten. Viele Bürger setzten die Empfehlungen um.

Um Schüler kümmert sich der Klima-Tisch seit fünf Jahren. Klimakisten wurden erarbeitet für Schulen und Kindergärten. Erfolgreich war nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 eine Stromanbieter-Wechselparty. Inzwischen leistete der Klima-Tisch sogar die Beratung bei städtischen Sanierungsprojekten wie Hallenbad, Gymnasium und Konvikt. 2013 wurde mit der Evangelischen Kirchengemeinde eine Nachhaltigkeitswoche organisiert. Verschiedene Schulprojekte wurden d angeschoben, unter anderem die Einrichtung von Klimaecken mit Klimaschutz-Quiz an Grundschulen. Wie erfolgreich die Arbeit war, zeigen Energiesparer-Auszeichnungen des Landes: Von 2006 bis 2013 entfielen von 1987 Auszeichnungen alleine 312 auf Rheinberg.

Im Jubiläumsjahr will sich der Klima-Tisch neu ausrichten. Wesentliches Aspekte werden sein: kritische Einmischung in alle tagesaktuellen Umwelt- und klimapolitischen Themen, kritische Einforderung einer Auseinandersetzung mit Klimaschutzthemen seitens der Verwaltung, breitere Ausrichtung auf alle klimarelevanten Themen wie E-Mobilität, Mobilisierung für aktiven Klimaschutz auf der Quartiers-/Ortsteilebene; Suche nach „Klimabotschaftern in Quartieren“ sowie Organisation von Diskussionsrunden.